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Die Alraunen


2018
Die Alraunen


Die Alraune wurde im Klassischen Altertum als Heilpflanze mit magischen Kräften betrachtet. Vor allem ihre Wurzeln galten als mit Zauberkraft versehen und waren in der damaligen Zeit sehr begehrt. Besondere magische Kraft und Anziehungskraft vermittelte die Alraune durch ihre Form, die der des Menschen stark ähnelte. In Wirklichkeit befinden sich in den Alraunen sehr giftige Inhaltsstoffe, die für den Menschen schädlich und mitunter sogar tödlich sind.
Heilwirkung wurde ihr zugesprochen bei Schmerzen, Schlafstörungen, Menstruationsschmerzen, Anwendungen bei Asthma, Depressionen, Kopfschmerzen und vielen anderen Symptomen. Die Alraune gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gleich wie die Kartoffel und die Tomate.

Die Alraune wird heutzutage nicht mehr im Katalog der Heilpflanzen geführt, gelegentlich aber in geringen und hochverdünnten ungefährlichen Dosen in der Homoöpathie verwendet.



“Wurzel Alraune“

Aus der Kulturgeschichte der Alraune



Als Pflanze fand die Alraune schon im Altertum Anwendung und Verehrung. In babylonischer Zeit auf Keilschrift (ca. 2000 v. Chr.) verewigt, sowie in Ägyptischer Zeit auf einer der ältesten Schriften überhaupt, dem Papyros Ebers (ca. 1.600 v. Chr.) wird die Pflanze als Heilmittel gegen diverse Schmerzen wie zum Beispiel Zahnweh geführt und als Heilmittel angewendet. Im Papyros Ebers sind auch gynäkologische Tipps bis zur Empfängnisverhütung angeführt, inklusive einer Anleitung mit Zaubersprüchen, die den Heilungserfolg gewähren soll.
In der mythologischen Deutung werden die goldenen Äpfel der Aphrodite (der berühmte „Zankapfel“, bzw. „Erisapfel“ von der Göttin Eris, die den „Apfel“ vor Aphrodite, Athene und Hera warf) als Frucht der Alraune vermutet.

“MedizinischerTraktat“

"Mercurela"(Bingelkraut);"Mandragora" (Alraune), mit einer in einer Felsenspalte steckenden Wurzel in Gestalt eines bärtigen Mannes, ein davonlaufender Hund entwurzelt die Pflanze, auf der Anhöhe daneben steht ein Mann, neben ihm liegt die Harke, mit der er die Wurzel ausgegraben hat.

Von Plinius dem Älteren (geboren im Jahr 23 oder 24 in Novum Comum, dem heutigen Como, gestorben 25. August 79 am Golf von Neapel während des Vesuvausbruchs), der sich nicht nur durch seine „Naturalis historia“, einem frühen enzyklopädischem Werk zur Naturkunde, verewigte, stammt der Name „Mandragora circaea“, der damit seine Vermutung zum Ausdruck bringt, es handle sich bei der berühmten Moly der Kirke um eine Alraune. Moly war in der griechischen Mythologie die Bezeichnung für zauberwirksame Pflanzen. Botaniker der Renaissance wiederum gehen von anderen Pflanzen als der Alraune aus. In jedem Fall beschreibt Plinius die medizinische als auch psychoaktive Wirkung der Alraune.

Hildegard von Bingen vermutet, dass die Alraune aus der gleichen Erde aus der Adam geschaffen wurde, stammt, da auch sie eine menschenähnliche Form aufweist. Sie befürchtet jedoch „teuflische Einflüsterungen“ durch die Anwendung, die nur durch vorheriges Reinigen in einer Quelle abgewehrt werden können.
Im Gegensatz zu vielen anderen Meinungen, die die Alraune eher als Fruchtbarkeitsförderung und als Aphrodisiakum sehen, empfiehlt Hildegard von Bingen, diese als Minderung eines zu starken Geschlechtstriebes anzuwenden und meint, Männer mögen weibliche Pflanzen anwenden und Frauen eine männliche.

“Fructus Mandragore“
Fructus Mandragore, Alraunwurzel in halber Menschengestalt mit geschlossenen Augen.

“Hildegard von Bingen“
Bildnis Hl. Hildegard von Bingen (1098 - 1179)

“Wenzelsbibel“
Wenzelsbibel, Rachel und Lea mit der Alraune, Jakob schläft mit Lea.
Zierranken und Rankenmedaillons

Im Mittelalter wurde die Alraune weiters häufig als Betäubungsmittel eingesetzt. Mit der Alraunenwurzel setzte man Tee aus ihrer und anderen Pflanzen an und tropfte diesen auf einen Schwamm, den man dem Patienten unter die Nase hielt, bis er einschlief. Nach der Operation wurde der Patient mit Düften aus Fenchel wieder aufgeweckt.

So wie auch das Alraunenpaar "Marion und Thrudacias" aus der Kunstkammer Rudolfs II. wurden die mit schwarzen Samtmänteln bekleideten Wurzeln regelmäßig in Wein gebadet, um ihre Zauberkraft nicht zu verlieren. Wurde dies unterlassen, sagte man ihnen ein jämmerliches Weinen wie bei kleinen Kindern nach. Bei dem Alraunenpaar Marion und Thrudacias wurde das traditionelle Bad noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt.

Marion und Thrudacias (um 1600) sind noch bis 29. März 2018 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zu sehen.

“Alraunenwurzel“
Alraunen Wurzel

“Alraunen Kruzifix“
Alraunen Kruzifix, Siehe Text unten

“Eppendorfer Alraune“
Die Eppendorfer Alraune, vor 1480, 17. Jahrhundert (Perlenkrone)

Bildtext zu dem Alraunen Kruzifix

Eine Alraune bestand zumeist aus der Wurzel der Mandragora officinalis, eines giftigen Nachtschattengewächses des Mittelmeerraumes, aus derjenigen des Allermannsharnischs, des Gelben Enzians oder anderer Pflanzen. Ihre zumeist doppelt gespaltene Wurzelspitze und die Nebenwurzeln im oberen Teil erinnern an einen menschlichen Körper mit Armen und Beinen. Vor allem ab dem 15. Jahrhundert wurden Alraunen weithin sehr geschätzt. Der Glaube an ihre Auswirkung auf den Menschen beruhte auf der so genannten Signaturenlehre. Diese besagte, dass die äußere Gestalt von Pflanzen oder Mineralien deren Wirksamkeit signalisiert. So konnte beispielsweise die rote Farbe einer Blüte oder eines Pflanzensaftes als Hinweis darauf dienen, dass eine Wirkung auf das Blut gegeben war. Sieht man die menschengestaltige Wurzel der Alraune als Hinweis auf ihre medizinische Verwendbarkeit, so musste sie ein auf den ganzen Menschen einwirkender heilender Talisman sein. Andererseits war etwas Menschengestaltiges, das in der dunklen Erde lebte, dem Bereich des Dämonischen zuzurechnen. Daraus ergab sich die Vorstellung, die Wurzel sei ein Pflanzendämon, der einen schrecklichen Schrei ausstoße, sobald er aus der Erde gezogen wurde. Dieser Schrei galt für jeden, der ihn hörte, als tödlich, doch konnten sich Wurzelgräber etablieren, die dieser Gefahr mit speziellen Methoden begegneten (vgl. Dressendörfer 2003, 19–22). Diese Wurzel in Form eines Kruzifixes wurde etwas zurechtgeschnitzt und mit Trieben von Gräsern als Haaren versehen, die man vermutlich direkt an der erneut vergrabenen Wurzel sprießen ließ. Eine ebenfalls kruzifixähnliche Wurzel, die Alraune von Eppendorf, befand sich in der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II. in Prag, in der es auch ein als Männchen und Weibchen gekleidetes Alraunenpärchen gab. Persönliche Betreuung wie Kleiderwechsel und das Baden in Wein sollten die dem Pärchen innewohnenden Geister bei Laune halten. Die rote Verfärbung dieser Alraune dürfte demnach vom Baden in Rotwein herrühren. Auch der ansonsten okkulten Praktiken gegenüber nicht sehr aufgeschlossene Erzherzog Ferdinand II. verwahrte im 15. Kasten seiner Kunst- und Wunderkammer ein Alraunenpärchen in unmittelbarer Nähe zu einem geschnitzten Drachen und Manna.

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Jubiläumsjahr 2018 - Teil 2


Besondere Jahre zeichnen sich dadurch aus, dass sich in ihnen eine Fülle an Ereignissen manifestieren, die herangezogen werden, um ein Zeitalter als Epoche zu definieren. Eine starke historische Zäsur erfüllt das Jahr 1918. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges vollzog sich ein politischer Umbruch, der eine jahrhundertealte Dynastie in den Ruhestand versetzte und eine Neugründung der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen mit sich brachte. Die Ausrufung der Republik versprach den Einstieg in ein neues selbstbestimmteres Zeitalter. Neben den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, kann aber auch eine künstlerische Zäsur gesetzt werden, da in diesem Jahr das Werk und Leben der wichtigsten Protagonisten der Wiener Moderne endete.



“Gustav Klimt mit Katze“

“Gustav Klimt Portrait“


2018
Jubiläumsausstellungen


Ausstellungen



“Klimt Feldmuehlgasse“
FOTO: Atelier in der Feldmühlgasse

“Klimt AtelierGarten Feldmühlgasse“
FOTO: Klimt Garten Atelier Feldmühlgasse

“Moderne Galerie“
FOTO: Moderne Galerie Unteres Belvedere

Gustav Klimt
22.6.-4.11.2018 im Leopold Museum
Die Ausstellung zeigt neben den Beständen des Leopold Museums und der Privatsammlung der Familie Leopold auch Exponate der Klimt-Foundation, Werke einer neuen, dem Museum überantworteten Dauerleihgabe eines Klimt-Nachfahren sowie internationale Leihgaben. Die Schau zeigt Klimts künstlerische Wandlung vom späten Historismus hin zum bedeutendsten Vertreter des Wiener Jugendstils. Eine Besonderheit ist das in einem eigenen Saal ausgestellte Gemälde "Die Braut": Klimt konzipierte sein letztes Meisterwerk auf Basis etlicher Zeichnungen und Studien und wechselt dabei stilistisch zwischen Jugendstil und Expressionismus. Das unvollendete Bild wird erstmals im Kontext relevanter Werkzeichnungen und dem heute einzig erhaltenen Skizzenbuch des Künstlers aus dem Jahr 1917 gezeigt. Das authentische Dokument aus der Sammlung der Klimt-Foundation enthält nicht nur Bleistiftskizzen heute verschollener Klimt-Gemälde, sondern verdeutlicht auch den Entstehungsprozess dieses Werkes.

Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa
22.3.-26.8.2018 im Unteren Belvedere
Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Tod von Klimt, Schiele, Wagner und Moser werden oft als Ende einer Epoche, einer künstlerischen Blütezeit, interpretiert. Die Ausstellung zeigt, welche Änderungen dieser gravierende historische Einschnitt tatsächlich nach sich zog, welche Einschränkungen er mit sich brachte, welche neuen Perspektiven sich eröffneten und welche Kontinuitäten bestehen blieben. Damit können das Bleibende und der Wandel in der Kunst der Donaumonarchie und in den neu entstandenen Nationalstaaten beobachtet werden. Gezeigt werden rund 80 Werke, u. a. von Klimt, Schiele, Kokoschka, Moser und Egger-Lienz. (Ausstellungstext)

Egon Schiele – Wege einer Sammlung
19.10.2018-17.2.2019 in der Orangerie (Unteres Belvedere)
Die Ausstellung setzt sich mit jedem einzelnen Werk der Schiele-Sammlung des Belvederes auseinander und behandelt Aspekte wie Erwerbung, Motiv und porträtierte Person. Außerdem werden die Gemälde mit einzelnen Vorstudien oder verwandten Werken konfrontiert. Die Schau ermöglicht auch einen erweiterten Blick auf Schieles Bilder und seine Arbeitsweise, indem die Ergebnisse der seit Herbst 2016 durchgeführten und noch laufenden restauratorischen Untersuchungen am Belvedere visualisiert und besprochen werden.

Post Otto Wagner – Von der Postsparkasse zur Postmoderne
30.5.-30.9.2018 im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst
Die Ausstellung untersucht die Wirkung Otto Wagners als "Vater der Moderne". Dabei werden der Kontext und die Wechselwirkungen zwischen Wagner und anderen Protagonisten der frühen Moderne ebenso in den Blick genommen wie Wagners Einfluss auf Zeitgenossen, Schüler und nachfolgende Generationen von Architekten und Designern. Ausgehend von den wichtigsten Werken Otto Wagners werden Themenbereiche dargestellt, in denen sich Wagners nachhaltige Wirkung auf die Architektur der Moderne und Postmoderne anschaulich nachvollziehen lassen.

Koloman Moser. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann
19.12.2018-22.4.2019 im MAK
Das MAK besitzt das Archiv der 1903 von Koloman Moser (1868–1918), Josef Hoffmann und Fritz Warendorfer gegründeten Wiener Werkstätte. Ziel dieser international bekannten Werkstättengemeinschaft war es, alle Bereiche des Menschen mit Kunst zu erfüllen. Moser, der bis 1907 als Maler, Grafiker und Kunsthandwerker für die Wiener Werkstätte tätig war, unterrichtete von 1899 bis 1918 auch an der Wiener Kunstgewerbeschule. Die Ausstellung präsentiert sein umfassendes Werk.

Ludwig Wittgenstein: die Tractatus Odyssee (100 Jahre Tractatus Logico-Philosophicus)
Bulgarisches Kulturinstitut "Haus Wittgenstein"
15.10.-30.11.2018
Im August 1918 diktierte Ludwig Wittgenstein die endgültige Fassung seiner Logisch-Philosophischen Abhandlung: ein Werk, das unter dem Titel „Tractatus logico-philosophicus“ Weltruhm erlangte und unzählige Werke der Literatur, Musik, Malerei, Architektur und des Films beeinflusste. Im Wittgenstein- Haus, seit 1975 im Besitz der Republik Bulgarien und Heimat des Bulgarischen Kulturinstituts, werden das Leben des Philosophen mit Originaldokumenten und die Entstehung des Tractatus und dessen Wirkung auf die Kulturgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts nachgezeichnet.



“Ludwig Wittgenstein Portrait“
FOTO: Ludwig Wittgenstein

Ludwig Josef Johann Wittgenstein, geboren im April 1889 in Wien, gestorben 1951 in Cambridge war einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts.
Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus logico-philosophicus 1921) und Philosophische Untersuchungen (1953, postum) wurden zu wichtigen Bezugspunkten zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der Analytischen Sprachphilosophie. Sein rund 20.000 Seiten umfassender philosophischer Nachlass wurde Ende Oktober 2017 in die Liste des Weltdokumentenerbes eingetragen.

Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne
18.10.2018-22.4.2019 im Theatermuseum
Im Jubiläumsjahr widmet sich das Theatermuseum dem bisher wenig beachteten Bühnenschaffen des vielseitigen "Tausendkünstlers" Kolo Moser. In Ergänzung der Gesamtschau im MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst werden Theaterarbeiten von der intimen Kabarettbühne bis zur großen Opernausstattung gezeigt. Dabei bietet sich die Gelegenheit, die vom Theatermuseum vor kurzem erworbenen Bühnenbild- und Kostümentwürfe zu Julius Bittners Oper "Der Bergsee" zu sehen. Das Stück in der Ausstattung von Kolo Moser wurde am 9. November 1911 am k.k. Hof-Operntheater in Wien uraufgeführt. Im Rahmen der Ausstellung wird auch Klimts Gemälde "Nuda Veritas" zu sehen sein, das aus dem Nachlass des Literaten Hermann Bahr stammt.

“Kolo Moser Portrait“
FOTO: Kolo Moser

“Gustav Klimt d'Ora Portrait“
FOTO: Gustav Klimt

Klimt lost
5.5.-31.12.2018 in der „Klimt Villa“ – Gustav Klimt Atelier
Klimt ist allgegenwärtig, seine Kunstwerke sind weltberühmt. Nur wenig thematisiert werden Raubkunst, verschwundene Kunstwerke und die Geschichten über Sammler, Täter und Opfer. Die Ausstellung in der Klimt Villa stellt die Frage nach dem Umgang mit dem Verlust, der weit über einzelne Kunstwerke hinausgeht. Und sie stellt die Protagonisten von damals sowie die verlorenen Klimts aus einem neuen Blickwinkel vor.

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Jubiläumsjahr 2018 - Teil 1


Besondere Jahre zeichnen sich dadurch aus, dass sich in ihnen eine Fülle an Ereignissen manifestieren, die herangezogen werden, um ein Zeitalter als Epoche zu definieren. Eine starke historische Zäsur erfüllt das Jahr 1918. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges vollzog sich ein politischer Umbruch, der eine jahrhundertealte Dynastie in den Ruhestand versetzte und eine Neugründung der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen mit sich brachte. Die Ausrufung der Republik versprach den Einstieg in ein neues selbstbestimmteres Zeitalter. Neben den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, kann aber auch eine künstlerische Zäsur gesetzt werden, da in diesem Jahr das Werk und Leben der wichtigsten Protagonisten der Wiener Moderne endete.



“Otto Wagner Portrait“

“Gustav Klimt Portrait“

Gleich vier herausragende Kräfte verstarben im Laufe des Jahres 1918. Unter Ihnen Otto Wagner, als einer der bedeutendsten Architekten Österreichs, Koloman Moser, als Mitbegründer der Wiener Secession, Herausgeber der Kunstzeitschrift Ver Sacrum, sowie ebenfalls Mitbegründer der Wiener Werkstätte. Er galt als einer der bedeutendsten Künstler des Wien um die Jahrhundertwende.

Gustav Klimt, bekanntester Maler des Wiener Jugendstils und einer der weltweit beliebtesten und bekanntesten Maler überhaupt verstarb schon im Februar des Jahres 1918 durch einen Schlaganfall. Im Oktober verstarb Egon Schiele, Ikone des österreichischen Expressionismus, an der Spanischen Grippe.

Alle vier Künstlerpersönlichkeiten stehen im Zentrum der Bemühungen dem Jubiläumsjahr durch vielzählige Ausstellungen Rechnung zu tragen, die im Laufe des Jahres in den unterschiedlichsten Museen mit jeweils ihrem eigenen Fokus und perspektivischer Ausrichtung auf einerseits das Ende einer Epoche andererseits auf den Anfang eines neu sich gestaltenden Zeitalters eröffnen werden.

Insofern kann es, im Hinblick auf die Zeit, die Werke und Persönlichkeiten, denen die folgenden Ausstellungen gewidmet sind, als passend und bestätigend angesehen werden, dass die Europäische Union das Jahr „2018“ als das Europäische Jahr des Kulturerbes ausgerufen hat, was sich in einer Vielzahl an Veranstaltungen manifestiert und erleben lässt. Besonders für Österreich ist es im Hinblick auf das Jubiläumsjahr als Rückblick auf das kulturelle Schaffen als auch die politischen Entwicklungen jedenfalls ein Meilenstein von geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Relevanz.


Anlass
Die Wiener Moderne


Die Wiener Moderne



“Loos Haus Poster“
FOTO: Otto Wagner

“Klimt Secession Ausstellung“
FOTO: Klimt Ausstellung Secession

“Gallerie Miethke Poster“
FOTO: Poster Gallerie Miethke

Die Epoche vor dem Ersten Weltkrieg, von etwa 1890 bis 1910 wird als die Wiener Moderne bezeichnet und meint damit das Wiener Kulturleben in der Residenzstadt um die Jahrhundertwende. Wien um 1900 und ähnliche Begriffe haben sich auch etabliert, die die Donaumonarchie in ihrer Blütezeit beschreibt mit ihren Protagonisten aus Philosophie, Malerei, Architektur, Musik und Literatur, Mathematik, Medizin und den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Aus der Vielzahl an Begegnungen und Bewegungen entstand in diesem Kreis und Austausch auch die Vereinigungen der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte. Klimt galt hierbei als ein Vorreiter, Schiele und Kokoschka sind als weitere herausragende Maler, die wohl international prominentesten Vertreter der Wiener Moderne, des Jugendstils und des Expressionismus (Schiele, Kokoschka).

Otto Wagner und Adolf Loos prägten die neue Architektur. Wagners Schrift mit dem Titel Moderne Architektur von 1895, war der Ausruf in eine Ära des technischen Fortschrittes und das Ende der Wiener Bauphase des Historismus, der für die stilistische Prägung der Bauten der Wiener Ringstraße im neugriechischen, neurömischen und neubarocken Stil verantwortlich war.



“Otto Wagner Portrait“
FOTO: Otto Wagner

Otto Koloman Wagner, geboren 1841 und verstorben am 11. April 1918 in Wien war der bedeutendste österreichische Architekt, Architekturtheoretiker und Stadtplaner Wiens in der Belle Epoque bzw. um das Fin de siècle. Seine Jugendstilbauten, seine universitäre Tätigkeit und seine Schriften über Stadtplanung verhalfen ihm in den 1890er Jahren zu Weltgeltung.

Koloman Moser, (auch Kolo Moser genannt) geboren 1868 in Wien, verstorben am 18. Oktober 1918 ebenda, war ein österreichischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker. 1897 war Moser Mitbegründer der Wiener Secession, für deren Zeitschrift Ver Sacrum er ca. 140 Illustrationen beisteuerte und deren Ausstellungen maßgeblich von ihm gestaltet wurden. 1903 gründete Josef Hoffmann gemeinsam mit Kolo Moser und dem Industriellen Fritz Wärndorfer die Wiener Werkstätte. Kolo Moser war einer der bedeutendsten Künstler in Wien um die Jahrhundertwende. Er zählt zu den führenden Vertretern des Jugendstils.

“Kolo Moser Portrait“
FOTO: Kolo Moser

“Gustav Klimt d'Ora Portrait“
FOTO: Gustav Klimt

Gustav Klimt, geboren 1862 in Baumgarten bei Wien (liegt heute im 14. Bezirk Wiens), gestorben am 6. Februar 1918 in Wien Alsergrund, war ein bedeutender österreichischer Malerund einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils. Klimt ist zweifellos der bedeutendste Künstler des Jugendstils in Österreich, nimmt aber auch im internationalen Maßstab eine Spitzenstellung ein. Dennoch wurde sein Werk besonders in der deutschsprachigen Kunstkritik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise völlig ignoriert oder als reine Dekorationsmalerei abgetan. Erst später wurde seine statische Flächenhaftigkeit und seine ornamentale Abstraktion als richtungsweisend für die Entwicklung der modernen Malerei erkannt (Kubismus, abstrakte Malerei). Darüber hinaus förderte er junge Künstler wie Egon Schiele oder Oskar Kokoschka und leistete damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Moderne. Klimt war Präsident der Wiener Secession, Künstler der Wiener Werkstätten.

Egon Leo Schiele, geboren 1890 in Tulln an der Donau, Niederösterreich, gestorben am 31. Oktober in Wien an der Spanischen Grippe, war ein österreichischer Maler des Expressionismus. Neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zählt er zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne.

Schieles Werke erzielen auf internationalen Auktionen heute Höchstpreise. In Museen weltweit sind seine Bilder hochbegehrt, denn sie finden ungeachtet seiner künstlerischen Genialität durch Schieles Ruf als „Frühvollendeter“ Bewunderung. Die größten Sammlungen von Schiele-Werken befindet sich in Wiener Museen, wie dem Leopold Museum, dem Belvedere und der Albertina. Neben den zahlreichen Selbstbildnissen ist Schiele vor allem für seine Akte, die fast ausschließlich Frauen und Kinder zeigen, bekannt. Aber auch seine Landschafts- und Städtebilder erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

“Egon Schiele Portrait“
FOTO: Egon Schiele

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Europeana Umfrage

Im Namen der Europäischen Kommission läuft derzeit eine öffentliche Befragung zu Europeana, der digitalen EU-Plattform für das Kulturerbe. 

Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger mit einem persönlichen oder beruflichen Interesse am digitalen Kulturerbe oder an Europeana im Besonderen sind gebeten, ihre Ansichten, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Europeana und die verschiedenen Aspekte der Plattform mitzuteilen.

Dieser Fragebogen verfügt über verschiedene Abschnitte, abhängig von Ihren Antworten dauert das Ausfüllen des Fragebogens 15 Minuten oder länger. Sie können Ihren Entwurf jederzeit speichern und die Beantwortung später weiterführen.

Seien Sie bitte möglichst konkret und objektiv, Ihre Antworten sind von großem Wert.

Umfrage
Auf folgender Webseite können sie an dieser Befragung bis zum 14. Jänner 2018 teilnehmen: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/europeana

Die Redaktion von Kulturpool bedankt sich für Ihre Teilnahme an dieser Befragung!

“Europeana Logo“