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Dienstag, 15. Oktober 2013



Montag, 30. September 2013


Samstag, 5. Oktober 2013 um 14:43:28 von Kulturpool Redaktion

Verdrängte Jahre - Virtuelle Ausstellungen

Anlass
Ausstellung „Bahn und Nationalsozialismus in Österreich“ im Grazmuseum

Obwohl die Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte, blieb sie in der Geschichtsschreibung der Österreichischen Bundesbahnen bisher so gut wie unerforscht und ausgeblendet. In der Ausstellung "Verdrängte Jahre - Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938-1945" haben die ÖBB unter der wissenschaftlichen Leitung des Historikers Oliver Rathkolb dieses finstere Kapitel österreichischer Geschichte aufgearbeitet, in dem die Bahn als Karriereleiter für Nazis und Todestransport für Millionen fungierte, aber auch einige tapfere Widerstandskämpfer in ihren Reihen hatte.

Lehrlingsappell in der Reichsbahnausbesserungswerkstätte Wien Floridsdorf am 26.6. 1938

Ohne die logistische Kapazität der Bahnen - die Österreichischen Bundesbahnen wurden 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland sofort in die Deutsche Reichsbahn integriert - wäre der systematische millionenhafte Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden, an Roma und Sinti, die Deportation von Sloweninnen und Slowenen, von Homosexuellen, Zeuginnen und Zeugen Jehovas und politisch Andersdenkenden nicht möglich gewesen. Drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa wurden im Zweiten Weltkrieg mit Zügen in die Vernichtungslager des NS-Regimes transportiert.

Die Ausstellung, die nach Linz und Salzburg nun im Grazmuseum (http://www.grazmuseum.at/) zu sehen ist, zeigt aber auch, dass sich nicht alle Bahnbedienstete zu Schergen der Nazis machen ließen: 154 wurden wegen ihres Widerstandes zum Tode verurteilt und hingerichtet, 135 starben in Konzentrationslagen oder Zuchthäusern, 1.438 wurden zu KZ- oder Zuchthausstrafen verurteilt.

Die virtuelle Ausstellung im Internet

Dank der Kooperation mit dem Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten ist die Ausstellung auch digitalisiert worden und steht der interessierten Bevölkerung somit auch online zur Verfügung (http://konzern.oebb.at/de/verdraengtejahre/virtuelletour/index.html). Die Dokumentation zur Themenausstellung ist zudem als App abrufbar und damit ein weiteres Beispiel für die rasche Entwicklung eines neuen Ausstellungsgenres - der virtuellen oder digitalen Ausstellung. Inhaltlich ergänzt sie die von der Österreichischen Mediathek entwickelten und online zugänglichen digitalen Ausstellungen über die Zeit des Nationalsozialismus: „Exil“ (http://www.oesterreich-am-wort.at/ausstellungen/exil/193438-bis-1945/) und „Akustische-Chronik“ (http://www.akustische-chronik.at/1938 ff), die, gestützt auf das digitalisierte Tonarchiv des Technischen Museums und digitalisiertes Bildmaterial vor allem der Österreichischen Nationalbibliothek, am eigenen Computer gut kuratierte Zeitreisen vom „Anschluss“ bis zur Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus ermöglichen.

KdF-Werkskonzert für die Belegschaft der Simmeringer Waggonfabrik am 22.06.1938