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Wilhelm Busch

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Heinrich Christian Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl - † 9. Jänner 1908 in Mechtshausen) war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands.
Im September 1847 begann Wilhelm Busch ein Maschinenbaustudium am Polytechnikum Hannover. 1851 bricht er dieses Studium ab, um sich der Malerei zu widmen. Im Juni dieses Jahres wird er an der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen. Schon ein Jahr später übersiedelt er nach Antwerpen und studierte dort an der Königlichen Akademie der schönen Künste. Nach einer schweren Typhuserkrankung 1853 kehrt Wilhelm Busch wieder nach Wiedensahl zurück und beschäftigte sich mit Malen und Sammeln von Volksmärchen, Sagen, Liedern, Balladen, Reimen und Bruchstücken aus dem lokalen Aberglauben. Busch versuchte diese Sammlung zu publizieren, fand jedoch keinen Verleger. Erst 1910, zwei Jahre nach seinem Tod erschien die Sammlung unter dem Namen „Ut ôler welt". 1854 übersiedelte Busch nach München, wo er sein Kunststudium fortsetzte. Er tritt dem Künstlerverein „Jung München" bei, in dem nahezu alle wichtigen Münchener Maler zusammengeschlossen waren.
1859 wurde der Verleger Kaspar Braun auf Busch aufmerksam und bot ihm eine freie Mitarbeit bei der satirischen Zeitung „Münchener Bilderbogen" und der humoristischen Wochenschrift „Fliegende Blätter" an. Bis 1871 erschienen dort regelmäßig Beiträge von Wilhelm Busch. Zwischen 1860 und 1863 verfasste Wilhelm Busch über hundert Beiträge für den „Münchener Bilderbogen" und die „Fliegenden Blätter".
Eine der Bildergeschichten, die in den „Fliegenden Blättern" 1863 erschien, ist das Lebensstück in Bildern „Abenteuer in der Neujahrsnacht" [1].

In seinen frühen Münchener Jahren, bis 1863, versuchte sich Busch als Librettist und schrieb drei große Bühnenstücke. Jedoch waren weder „Liebestreu und Grausamkeit", eine romantische Oper in drei Akten, noch das Märchensingspiel „Hansel und Gretel" oder „Der Vetter auf Besuch", eine Art Opera buffa, sonderlich erfolgreich.

Die Abhängigkeit vom Verleger Kaspar Braun fand Busch zunehmend beengend, so dass er sich mit Heinrich Richter in Dresden einen neuen Verleger suchte.

Die „Bilderpossen" erschienen 1864 bei dem Dresdner Verleger, hatten jedoch keinen Erfolg. Eine Bildergeschichte in den „Bilderpossen" ist „Krischan mit der Piepe" [2].

Wilhelm Busch beschreibt den Rausch eines Jungen, der heimlich und verbotenerweise Vaters Meerschaumpfeife raucht. Die Geschichte ist in Reimen auf plattdeutsch verfasst und endet, wie viele von Buschs Geschichten, mit der Moral, dass man Ge- und Verbote befolgen sollte, da man widrigenfalls mit Nachteilen, wie in diesem Fall dem Rauschzustand, Halluzinationen und Übelkeit, und Strafen zu rechnen hat.

Vermutlich als Wiedergutmachung für den erlittenen finanziellen Verlust bei der Veröffentlichung der „Bilderpossen" bot Wilhelm Busch Heinrich Richter das Manuskript von Max und Moritz an und verzichtete dabei auf jegliche Honorarforderungen. Heinrich Richter lehnte das Manuskript allerdings wegen mangelnder Verkaufsaussichten ab. Schließlich erwarb Buschs alter Verleger Kaspar Braun 1865 für eine einmalige Zahlung von 1.000 Gulden die Rechte an der Bildergeschichte. Dies entsprach etwa zwei Jahreslöhnen eines Handwerkers und war für Wilhelm Busch eine stolze Summe. Für Kaspar Braun sollte sich das Geschäft als verlegerischer Glücksgriff erweisen.
Ebenfalls 1865 erschien „Das warme Bad" [3].

1868 zieht Wilhelm Busch nach Frankfurt am Main, wo sein Bruder Otto lebte. Dort lernte er Johanna Kessler kennen, eine einflussreiche Kunst- und Musikmäzenin. Sie förderte Busch indem sie ihm eine Wohnung und ein Atelier in ihrer Villa einrichtete. Die Frankfurter Jahre gelten als der Zeitraum, in dem Wilhelm Busch malerisch am produktivsten war. Auch geistig war diese Zeit anregend, da sich Busch mit dem Werk des Philosophen Arthur Schopenhauers auseinandersetzte.

Ab 1873 kehrte Wilhelm Busch mehrmals nach München zurück und nahm intensiv am Leben der Münchner Künstlergesellschaft teil. In einem letzten Versuch, sich als ernsthafter Maler zu etablieren, unterhielt er ab 1877 in München sogar ein Atelier.
1875-1877 entstand die Knopp-Trilogie. Das, nach Max und Moritz, wohl bekannteste Werk besteht aus drei Teilen, „Abenteuer eines Junggesellen", „Herr und Frau Knopp" [4] und „Julchen".

Erstmals ist hier der Bürger nicht Opfer handlungsstarker Plagegeister, sondern selbst die handelnde Hauptperson. Tobias Knopp ist der Prototyp des wohlhabenden Spießers, des saturierten Biedermannes. Neben dem Haupthelden steht das bürgerliche Familienleben im Mittelpunkt der Bildgeschichte, wobei das zweite Kapitel „Herr und Frau Knopp" die Ehe behandelt.
Der Zweizeiler „Vater werden ist nicht schwer - Vater sein dagegen sehr" stammt aus dieser Trilogie.

1879, nach dem Tod seines Schwagers, kehrte Wilhelm Busch in seinen Geburtsort Wiedensahl zurück, zog zu seiner Schwester Fanny und übernahm die Vaterrolle für seine drei Neffen.
Am Ende von Buschs Laufbahn als Zeichner von Bildergeschichten entstanden die beiden Werke „Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter" (1883) und „Maler Klecksel" (1884), die beide künstlerisches Scheitern thematisieren und somit gleichsam ein Selbstkommentar sind.
Von 1885 bis zum Todesjahr 1908 dominieren im Werk Wilhelm Buschs Prosa und Gedichte.
Wilhelm Busch stirbt am 9. Jänner 1908 im Alter von 75 Jahren in Mechtshausen.

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