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Sacra Conversazione

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Die Sacra Conversazione ist ein Begriff für die Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesusknaben in ruhiger und würdiger Gesellschaft von zwei oder mehreren Heiligen.

Der Bildtypus entwickelte sich in Italien seit dem 14. Jahrhundert und geht zurück auf frühere Maesta-Darstellungen, die die Madonna thronend mit dem Jesuskind zeigen. Die Heiligenfiguren, die Maria umgeben, sind dabei entweder auf den Seitentafeln eines Triptychons dargestellt, oder zu beiden Seiten der Madonna in einer Architektur angeordnet.

Maria mit Kind und den Hll. Nikolaus von Bari, Anastasia (?), Ursula, Dominikus und (vom Rahmen überschnitten) Helena
Maria mit Kind und den Hll. Nikolaus von Bari, Anastasia (?), Ursula, Dominikus und (vom Rahmen überschnitten) Helena

Ein Altarbild von Antonello da Messina ist beispielhaft für eine Sacra Conversazione in einem Innenraum. Das im 17. Jh. zersägte und daher nur noch als Fragment erhaltene Altarbild wurde für die Kirche San Cassiano in Venedig gestaltet und zeigte ursprünglich die in einem Kircheninnenraum thronende Madonna und acht Heilige (heute: Nikolaus von Bari, Anastasia ?, Ursula, Dominikus und Helena).


Vor allem Giovanni Bellini griff das Thema der Sacra Conversazione um 1500 vermehrt auf und brachte es so zu seiner Blüte. Der Bildtypus veränderte sich im Laufe der Zeit und erfuhr auch von der Generation der Bellini-Schüler eine Wandlung. Beispielsweise nahm die Intensität der Bewegung immer mehr zu und die einzelnen Figuren interagierten stärker miteinander. Somit wurde die strenge hierarchische Ordnung der Heiligen verstärkt aufgelockert. Außerdem fand die Sacra Conversazione nicht mehr nur in Innenräumen statt, sondern wurde in Landschaften eingebetet.

Maria mit dem Kind und Hll. Katharina und Jakobus d. Ä.
Maria mit dem Kind und Hll. Katharina und Jakobus d. Ä.

Lorenzo Lotto hatte an dieser Entwicklung einen maßgeblichen Anteil. Er band erstmals die früher stets thronende Madonna gänzlich in die Umgebung ein und ließ dieses eng verschränkte Miteinander von Figur und Natur durch wechselndes Licht und Schatten geheimnisvoll belebt erscheinen.


Die Heiligen können meist anhand ihrer Attribute bestimmt und erkannt werden. Im Beispiel von Lorenzo Lottos Gemälde wird die Heilige Katherina durch das gebrochene Rad ausgezeichnet und der Speer kennzeichnet den männlichen heiligen als Hl. Jakobus oder als Hl. Thomas.

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