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Rudolf Poch

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Der österreichische Gelehrte Rudolf Pöch (*17. April 1870 - † 4. März 1921) wurde in Tarnopol zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie geboren. Der ausgebildete Mediziner ist international als umtriebiger Entdeckungsreisender bekannt. Pöch legte seinen wissenschaftlichen Fokus vor allem auf interdisziplinäre Großexpeditionen und hatte ein breitgefächertes Interesse an Anthropologie, Ethnologie, Medizin, Archäologie, Musik- und Sprachwissenschaft, Botanik, Zoologie und Geologie. Er gilt als innovativer Pionier der wissenschaftlichen Photographie, Kinematographie und Tondokumentation und Begründer des Institutes für Anthropologie und Ethnographie in Wien.
Das anthropologisch-ethnografische Interesse des Wiener Arztes wurde offenbar 1897 auf einem ärztlichen Einsatz in Indien zur Erforschung der Pest geweckt und führte ihn 1900 bis 1901 zu einer Ausbildung ans Königliche Museum für Völkerkunde zu Berlin.
In den Jahren 1905 bis 1906 unternahm Pöch eine eigenständige Expedition nach Neuguinea, wo er seinen Forschungsschwerpunkt auf die physische Anthropologie legte. Eine Besonderheit bei Pöchs Forschungsreisen war vor allem seine technische Ausrüstung. Neben einer schweren Plattenkamera nahm der auch eine Filmkamera mit, mit dem ihm cinematographische Aufnahmen der indigenen Bevölkerung Neuguineas gelangen.
Eine Zusammenstellung von photographischen und filmischen Originalaufnahmen in Form des Stummfilms "Neuguinea" [1] gibt einen Einblick in die Pionierleistung Pöchs.
Die folgenden Photoaufnahmen sind Ergebnisse Pöchs zweiter Forschungsreise, die ihn von 1907 bis 1909 nach Deutsch-Südwestafrika führte.

Durch seine Expeditionserfahrung galt er nach seiner Rückkehr als anthropologisch-ethnografischer Fachpionier.
1913 konnte er sich als erster österreichischer Professor für Anthropologie und Völkerkunde habilitieren, und begründete im Jahre 1919 das “Institut für Anthropologie und Ethnographie” der Universität Wien.
Als früher Vertreter eines erbbiologischen Ansatzes unternahm Pöch außerdem ebenso umfangreiche wie umstrittene anthropologische Kampagnen im ersten Weltkrieg. Dabei widmete er sich der Erforschung von russischen und anderen Insassen der k. u. k. Kriegsgefangenenlager.
Der Stummfilm "Als Anthropologe im Kriegsgefangenenlager" [2] der Österreichischen Mediathek, den Pöch im Jahre 1915 drehte, zeigt Originalaufnahmen aus den Lagern Eger, Reichenberg und Theresienstadt.

Rudolf Pöch stirbt 1921 im Alter von 51 Jahren in Innsbruck.

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