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Michelangelo Merisi, gen. Caravaggio (1571 Mailand - 1610 Porto Ercole)

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Michelangelo Merisi, der nach dem Herkunftsort seiner Eltern kurz Caravaggio genannt wird, war ein italienischer Barockmaler und eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des 16. und 17. Jahrhunderts. Er zeigte in seiner Behandlung überwiegend christlicher Themen, eine Verknüpfung des Sakralen mit dem Profanen. Caravaggio gilt als Überwinder des Manierismus und als Begründer der römischen Barockmalerei. Er übte nachhaltigen Einfluss auf viele italienische, niederländische, deutsche, französische und spanische Maler seiner Zeit aus, die teilweise als Caravaggisten bezeichnet werden.
Caravaggios Darstellungen waren geprägt durch das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei. Ein dramatisierender Einsatz von schräg einfallendem, streuungsfreiem Schlaglicht und die Erzeugung von Räumlichkeit durch Lichteffekte gelten als malerische Innovation. Ebenfalls eine Neuerung war die lebensnahe Behandlung der Figuren in Caravaggios Oeuvre.

David mit dem Haupt des Goliath
David mit dem Haupt des Goliath

Das Gemälde „David mit dem Haupt des Goliath" [1], welches nach neuesten Forschungsergebnissen  auf 1600/01 datiert wird, wurde auf Pappelholz gemalt und fasst die biblische Erzählung vom siegreichen Kampf des David gegen den riesigen Philisterfeldherren Goliath knapp zusammen und interpretiert sie auf persönliche Weise. Gezeigt wird ein melancholischer Sieger, der über sich und sein Opfer nachzudenken scheint. Die Darstellung schildert den Moment, nachdem David Goliath das Haupt mit einem Schwert abgeschlagen hat. Der in bescheidener, lockerer Gewandung gezeigte Hirtenjunge David wird halbfigurig gezeigt, was die Ausschnitthaftigkeit und Momenthaftigkeit unterstreicht.

Er trägt, als Zeichen seines Triumphes das Haupt Goliaths in seiner ausgestreckten linken Hand vor sich und hält es dem Betrachter energisch und selbstbewusst entgegen. Die Wunde auf Goliaths Stirn zeugt von dem tödlichen Steinschleuderwurf, mit dem David den Riesen besiegte. Die Mimik des Todesschreies verdeutlicht ebenfalls die Momenthaftigkeit des Gemäldes. Der Realismus sowie der Naturalismus Caravaggios verstärken die Authentizität und die Vehemenz der Darstellung. Durch die diagonale Positionierung Davids wird Räumlichkeit erzeugt, sowie auch gleichzeitig negiert, da die formatfüllenden Figuren den Raum verdrängen. Das Chiaroscuro unterstreicht die skulpturale Qualität der Figuren sowie die Dramatik der Szene.
Trotz der glatten Oberfläche, Holz als Malgrund ist für Caravaggio sehr ungewöhnlich, ist die stilistische Nähe zur "Rosenkranzmadonna" [2] und anderen Werken Caravaggios aus dessen römischer Zeit zu sehen.

Das Werk befand sich nach seiner Entstehung in Italien sowohl in einer englischen als ach später in einer neiderländischen Sammlung, bis es 1667 in kaiserlich-österreichischen Besitz kam, aus dem die Sammlung des Kunsthistorischen Museums hervorgegangen ist.

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