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Helene Weigel

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Geboren wurde die österreichisch-deutsche Schauspielerin und Theaterintendantin, Helene Weigel, am 12. Mai 1900 in Wien. Die jüdischen Eltern waren Prokurist einer Textilfirma und Inhaberin eines Spielwarengeschäfts. Helene Weigel ging nach ihrer Matura und einem Jahr Schauspielausbildung in Wien 1919 nach Frankfurt am Main, wo sie in Georg Büchners Woyzeck am Neuen Theater debütierte. Drei Jahre später 1922 ging sie ans Staatstheater nach Berlin und spielte bis 1933 dort und auch an anderen großen Bühnen der Hauptstadt, wie dem Deutschen Theater und der Volksbühne. Durch Rollen wie Meroe in Heinrich von Kleists „Penthesilea“, Pauline Piperkarcka in Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“, Lucinde in Molieres „Arzt wider Willen“ oder auch in Werken von Sophokles, Shakespeare, Nestroy, Ibsen und Toller erlangte Weigel Ruhm und Anerkennung. Vermehrt trat sie auch unter der Regie und in Stücken von Bertholt Brecht auf, den sie 1923 kennenlernte. 1924 kam ihr gemeinsamer Sohn Stefan zur Welt, 1929 heiraten Helene Weigel und Bertholt Brecht, 1930 wird ihre Tochter Barbara geboren. Weigel beeinflusste Brecht literarische Frauengestalten, die sie fast alle in Theateraufführungen verkörperte.

In der Uraufführung des Stückes „Die Mutter“ 1932 spielte sie die Titelrolle der „Pelagea Wlassowa“. Die Art des gestisch knappen und expressiven, alle Mittel sparsam und durchdachten Spiels beschrieben Brecht und andere immer wieder als vorbildlich und brachten Weigel den Durchbruch. Fünf Jahre später spielt sie in Paris die Titelrolle in Brechts „Die Gewehre der Frau Carrar“. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 lebten Weigel und Brecht 15 Jahre in der Emigration in der Schweiz, in Dänemark. Schweden, Finnland und über die Sowjetunion letztlich ab 1941 in den USA. In dem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ verfasste Brecht 1838/39 extra die Rolle der stummen Kattrin für seine Ehefrau, damit sie, wo auch immer, ohne Sprachschwierigkeiten auftreten konnte. Doch erst 1949 spielte Helene Weigel die Mutter Courage. Trotz vieler Bemühungen konnte Weigel in der Zeit der Emigration selten ihrer schauspielerischen Tätigkeit nachgehen. Weigels Nachkriegsdebüt ist die Titelrolle in Brechts „Die Antigone des Sophokles“, dessen Uraufführung 1948 vorsichtshalber in einem kleinen Theater in Chur in der Schweiz stattfand.
Anschließend kehrt Weigel nach Deutschland zurück und gründet zusammen mit Brecht das „Berliner Ensembles“ in Ost-Berlin, das sie bis zu ihrem Tod 1971 als Intendantin leitete. Die Premiere des Stückes „Mutter Courage und ihre Kinder“ 1949 am Deutschen Theater kennzeichnete den Wendepunkt in Weigels beruflichen Leben und feierte große Erfolge. Gemeinsam mit Brecht, der künstlerischer Leiter das „Berliner Ensemble“ war, führte sie das Theater zu Weltruhm und machte auf erfolgreichen Tourneen Brechts Stücke in ganz Europa bekannt. Helene Weigel schauspielerte bis zu ihrem Lebensende. Ihre drei größten Rollen sind die "Pelagea Wlassowa" in "Die Mutter", die „Anna Fierling“ in „Mutter Courage und ihre Kinder“ und die „Teresa Carrar“ in „Die Gewehre der Frau Carrar“. Ihr letzter Auftritt war sechs Wochen vor ihrem Tod. Helene Weigel stirbt am 6. Mai 1971 in Ost-Berlin.

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