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Sonntag, 29. August 2021


Sonntag, 31. Oktober 2021 um 16:16:27 von Kulturpool Redaktion

130 Jahre Kunsthistorisches Museum

Anlass
130 Jahre Kunsthistorisches Museum

„Alle aber waren voll der Bewunderung für diese Kunstschöpfung, die von nun an die Krone der monumentalen Bauwerke unserer Stadt bilden wird!“

Bericht über die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Freie Presse, vom Sonntag, 18.10.1891

ANNO, Neue Freie Presse, 1891-10-18, Seite 6 (onb.ac.at)

https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18911018&seite=6&zoom=10

Das Kunsthistorische Museum Wien wurde am Samstag, dem 17.10.1891 unter der Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. und weiteren 6.000 Gästen feierlich eröffnet. Erzherzöge, alle Minister, der Oberstkämmerer, der Oberststallmeister, ein Sammelsurium an p.t. Gästen wollten das nach 20-jähriger Bauzeit fertiggestellte Meisterwerk kennenlernen sowie nach ein paar Tagen auch die Bevölkerung, die bei freiem Eintritt die kaiserlichen Sammlungen schauen durfte. In der ersten Phase strömten an den Sonn- und Feiertagen mehr Personen in das Kunsthistorische Museum als in der Wiener Stadthalle heutzutage Platz hätten. Weit mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher zählte in einer längeren Anfangsphase das Museum an vorwiegend Sonntagen, die zum Flanieren auf der Ringstraße oder eben einem nun möglichen Museumsbesuch einluden.

Eröffnung
Die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums durch Kaiser Franz Joseph I. am 17.10.1891
Robert Raschka (Künstler) (1847 Bukarest - 1908 Wien)
Aus der Sammlung des Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Das Kunsthistorische Museum in Wien und damit der KHM Museumsverband gehört zu den bedeutendsten Museumsorganisationen weltweit und findet sich in den diversen internationalen Rankings stets unter den allerbesten Häusern.
Der KHM Museumsverband, die größte Museumsgruppe Österreichs, besteht aus den drei Bundesmuseen Kunsthistorisches Museum Wien, dem Weltmuseum Wien und dem Theatermuseum (seit 2001 Teil des Verbandes). Mit Schloss Ambras Innsbruck hat der KHM-Museumsverband als derzeit noch einziges Bundesmuseum eine Repräsentanz in den Bundesländern.
Diesen Oktober 2021 jährt sich die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums zum 130. Mal.

Eröffnung
Eröffnung des Kunsthistorischen Museums, 1891-10-17
Festakt im Beisein Kaiser Franz Josephs I.
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Durch den Lockdown wurde das Museum erstmals seit dem Ende des zweiten Weltkrieges für mehr als drei Monate geschlossen.
Durch das Ausbleiben der Touristen kam es zu einem Rückgang der Besucherzahlen von mehr als 75%.
Vor den covid-bedingten Maßnahmen verzeichnete der KHM – Museumsverband eine Eigendeckung durch Ticketverkauf von mehr als 50%, durch die folgenden Umsatzverluste führte die Eigenwirtschaftlichkeit zu nurmehr 24% - nur mehr einem Viertel des Gesamtumsatzes durch Verkauf von Eintrittskarten. In konkreten Besucherzahlen heißt das umgerechnet einen Besucherrückgang von zuvor um die 1,8 Millionen Gäste (2019) auf 475.000 (2020). Die noch „geöffneten“ Monate Jänner und Februar 2020 sorgten für mehr als die Hälfte der gesamten Eintrittserlöse.

KHM Dia
Kunsthistorisches Museum Wien
Bibliothek und Kunstblättersammlung
Aus der Sammlung des MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien

Tiziano Vecellio oder auch Tizian genannt
Auch wenn die früheren Besucherzahlen, vor allem durch das Ausbleiben der üblichen Tourismusströme, voraussichtlich noch länger nicht erreicht werden, wird die derzeit laufende Tizian-Ausstellung sicherlich zu einem wachsenden Besucherstrom führen.

Karl V
Kaiser Karl V. (1500-1558) im Harnisch, Bildnis in halber Figur, Mitte 16. Jahrhundert
Tiziano Vecellio, gen. Tizian (um 1488 Pieve di Cadore - 1576 Venedig)
Aus der Sammlung Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Als Vorlage für dieses Gemäldes diente das im Original verlorene Portrait, das Tizian nach der Schlacht bei Mühlberg in Augsburg anfertigte und das in zahlreichen Kopien, darunter Bildnisse von Juan Pantoja de la Cruz und Rubens, überliefert ist. Im Vergleich mit einigen anderen Ausführungen gibt dieses Gemälde das Original Tizians genauer wieder.
Der Reiterharnisch, den Karl V. auf dem Bildnis trägt, ist vermutlich eine Arbeit des Desiderius Helmschmid aus Augsburg von 1547/48, nicht jedoch der Harnisch der Schlacht von Mühlberg, den einige andere Kopien zeigen.
Karl V. wurde im Jahr 1500 in Gent als ältester Sohn Philipps des Schönen und Juanas von Kastilien geboren. Infolge des Todes seines Vaters und der Krankheit seiner Mutter wurde er unter Aufsicht seiner Tante Margarete in den Niederlanden erzogen und bereits 1515 für volljährig erklärt. Nach dem Tod seines Großvaters mütterlicherseits, Ferdinand von Aragon, wurde er 1516 König von Spanien; von seinem Großvater väterlicherseits, Maximilians I., erbte er 1519 die österreichischen Länder und die Niederlande. Durch eine Erbteilung mit seinem Bruder Ferdinand I. kam es zu einer spanischen und österreichischen Linie der Habsburger. 1530 wurde Karl V. in Bologna zum Kaiser gekrönt. Seine Regierungszeit ist von unablässigen kriegerischen und politischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich, den europäischen Nationalstaaten und den protestantischen deutschen Reichsfürsten erfüllt. 1547 gelang dem Kaiser in der Schlacht bei Mühlberg ein Sieg über die protestantischen Reichsfürsten. 1556 legte der Kaiser seine Würden nieder und zog sich nach San Jeronimo de Yuste zurück, wo er 1558 starb.

Die "Belle Donne" Venedigs
"Nach 1500 erschienen Frauen in der Malerei zunehmend in einem neuen Licht. Die Bildnisse schöner Frauen ("Belle Donne") sind ein Phänomen der Kunstgeschichte, das sich im Venedig der Renaissance entwickelt hat. Die poetisch-erotischen Frauenbildnisse, die zu jener Zeit entstanden sind, waren wegweisend für die europäische Malerei der nachfolgenden Jahrhunderte.

Gerade Tizian vermochte es auf eindrucksvolle Art und Weise, die von ihm abgebildeten Frauen als intellektuell und elegant, sowie gleichsam idealisiert und genussvoll darzustellen. Die neue Ausstellung beleuchtet die Frauen selbst, aber auch ihre Accessoires – die Mode, edlen Stoffe, Frisuren, reichen Geschmeide und Perlen jener Zeit.", Auszug aus einer Ankündigung auf wien.info

https://www.wien.info/de/sightseeing/museen-ausstellungen/tizians-frauenbild-khm-409188

Nymphe
Nymphe und Schäfer
Tiziano Vecellio, gen. Tizian (um 1488 Pieve di Cadore - 1576 Venedig)
um 1570/75
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Gemäldegalerie

"Das dem Bild zugrunde liegende Thema ist bis heute nicht befriedigend geklärt, doch hat es Tizian durch die psychologische Tiefe der Gestaltung ins Mythische gehoben. Auf einem Tierfell schwerfällig und breit gelagert, bis auf einen Schleier enthüllt, erscheint die Frau mit dem allwissenden, fast kalten Blick gleichsam als universale Naturkraft im Zentrum der kosmischen Landschaft. Der an den Rand gedrängte bekleidete, laubbekrönte Jüngling mit der Flöte drückt dagegen temporäre Bewegung und vielleicht Vergänglichkeit aus. Stabilität und Instabilität kennzeichnen auch die dramatisch beleuchtete, ewige Veränderung implizierende Landschaft, mit der die Figuren zu einer visionären Einheit verschmolzen sind. Eine Besonderheit seiner Malerei ist nicht nur die offene Malweise und der sichtbare Pinselstrich, sondern auch die differenzierte, ja gegensätzliche malerische Gestaltung verschiedener Bildpartien. Dadurch erhalten die Bilder Tizians eine besondere Expressivität."

Saal
Kunsthistorisches Museum, Wien 1
Saal II, Galerie. Durchblick, 1910
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Panzer
Panzer
Sowjetischer Panzer in Wien
Ein sowjetischer Panzer amerikanischer Fertigung, ein Sherman M4, zwischen dem Kunsthistorischen Museum und dem Naturhistorischen Museum in Wien.
Simon Raskin, 1945
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek/Raskin

Luftbild
Luftbild
Wien 1, Luftbild des Hofburg-Museen-Komplexes
Museumsquartier (ehem. Hofstallungen), Naturhistorisches und Kunsthistorisches Museum, Hofburg, Burgtheater, Volksgarten, Heldenplatz, Burggarten, Staatsoper; Luftbild von Süd-Westen.
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Die Kunstkammer und der Diebstahl der Saliera

Der wohl spektakulärste Kunstdiebstahl in der Geschichte der Republik fand am 11. Mai 2003 im Kunsthistorischen Museum statt. Drei ganze Jahre war das kunstvoll gestatltete Salzfass von Benvenuto Cellini verschwunden und leitete eine Großfahndung mit sehr großem Medieninteresse ein.

"Der Diebstahl am 11. Mai 2003
Die letzten Besucher der „Langen Nacht der Musik“ verlassen am 11. Mai 2003 gegen 2.00 Uhr das Kunsthistorische Museum. Das Gebäude ist wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet. Um 3.55 Uhr schlägt der Bewegungsmelder in der Gemäldegalerie im ersten Stock an. Drei Sicherheitsbeamte nehmen den Alarm wahr, reagieren aber nicht. Entgegen den Vorschriften halten sie nicht persönlich Nachschau in der Galerie, das Saallicht und die Videoüberwachungsanlage werden nicht aktiviert.

Innerhalb einer vorgesehen Zeitspanne machen sie die Bewegungsmelder wieder scharf, wodurch eine automatische Weiterleitung an die Polizei entfällt. Gegen 8.20 Uhr entdeckt der Oberaufseher den Einbruch. Ein Fenster ist eingeschlagen, die Vitrine zerstört, Cellinis wertvolle Skulptur „Saliera“ ist weg. Erst jetzt wird die Polizei verständigt.

Nach dem Diebstahl läuft eine weltweite Fahndung nach der Saliera. Angebliche Spuren verlaufen ins Nichts, Lösegeldforderungen werden gestellt, der damalige KHM-Direktor Wilfried Seipel wird verschaukelt und gar bis nach Italien gelotst, auch die Ermittlungen der Polizei bleiben ohne Erfolg.

Von Mai 2003 bis Jänner 2006 dauert es, bis sich eine erste heiße Spur zu dem Kunstwerk eröffnet. Ein Teil des Kunstwerks, der abnehmbare Dreizack befindet sich in den Händen der Polizei. Außerdem kann die Polizei ein Bild von einem Verdächtigen anfertigen. Am 21. Jänner 2006 gesteht ein damals 50-jähriger Experte für Alarmanlagen aus Wien-Neubau den Diebstahl der Saliera. Er führt die Polizei zu einem Waldstück bei Brand im Bezirk Zwettl. Dort wird eine Kiste ausgegraben, darin enthalten die Saliera.

Der Diebstahl machte das Salzfass weltweit wohl zum bekanntesten Stück der Sammlung. In der am 1. März wieder eröffneten Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ist es im Saal XXIX ausgestellt." wien, orf.heute

Saliera
Die Saliera ist weg. Kunstdiebstahl in Wien [Ausschnitt]
Die Saliera - ein kunstvoll gestaltetes Salzfass wurde in der Nacht auf den 11. Mai 2003 aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien entwendet. Die einzigartige Goldschmiedearbeit des italienischen Bildhauers und Goldschmieds Benvenuto Cellini ist unbezahlbar. Sonntagsjournal vom 11. Mai 2003.
Wien : Österreichische Mediathek
Radiosendung-Mitschnitt
Portaltreffer | Österreichische Mediathek
Datierung
11.05.2003
Aus der Sammlung der Österreichischen Mediathek

Cellini verfasste einige Erklärungen seines Werkes:
"...um zu zeigen, wie das Meer sich mit der Erde verbindet, machte ich zwei Figuren einen guten Palm groß, die mit verschränkten Füßen gegeneinander saßen, so wie man die Arme des Meeres in die Erde hineinlaufen sieht. Das Meer, als Mann gebildet, hielt ein reich gearbeitetes Schiff, welches Salz genug fassen konnte, darunter hatte ich vier Seepferde angebracht und der Figur in die rechte Hand den Dreizack gegeben; die Erde hatte ich weiblich gebildet, von so schöner Gestalt und so anmutig, als ich nur wusste und konnte.

Ich hatte neben sie einen reichen, verzierten Tempel auf den Boden gestellt, der den Pfeffer enthalten sollte...auf ihrer Seite waren die schönsten Tiere vorgestellt, welche die Erde hervorbringt..."

Saliera
Sogenannte Saliera
Benvenuto Cellini (Künstler) (1500 Florenz - 1571 Florenz)
1540-1543
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Kunstkammer

Zukunftsprojekt Das Heroon von Trysa

Heroon
Das Heroon von Trysa
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Antikensammlung

Im zerklüfteten Bergland Lykiens (Südwesttürkei) liegt auf
einem Bergrücken das antike Trysa mit einer befestigten Burg,
einer Wohnsiedlung sowie mehreren Nekropolen. Berühmtheit
erlangten die reliefgeschmückten Umfassungsmauern des
Heroons im Nordosten des Burghügels. Es handelt sich um
den Grabbezirk eines einheimischen Fürsten, dem wie einem
Helden (Heros) kultische Verehrung entgegengebracht wurde.
Gemeinsam mit seinen nächsten Angehörigen war er in einem
mehrgeschossigen Grabbau im Inneren der Anlage bestattet.
Ein hölzerner Einbau diente dem Totenkult. Der Name des
Grabinhabers ist nicht bekannt, doch dürfte es sich um einen
der mächtigen Dynasten Lykiens gehandelt haben, die wir aus
der lykischen Münzprägung kennen.
Die einst reich bemalten Reliefs erzählen Episoden aus dem
Mythos und – teilweise darin verwoben – dem Leben des Grabherrn.
Einzigartig sind die Verschmelzung von rein griechischen
Elementen mit solchen der einheimisch-lykischen und der persischen
Kultur, die Anklänge einer Linearperspektive und der
kunsthistorisch bemerkenswerte Umgang mit zwei übereinanderliegenden
Reliefzonen, die meist unterschiedliche Themen
zeigen, streckenweise jedoch zu einer Komposition zusammengefasst
sind.
Aufgrund stilistischer Kriterien geht die Forschung von einer
Entstehungszeit der Friese um 380 v. Chr. aus, doch wurden
auch andere Datierungen vorgeschlagen.

Das Heroon von Tyrsa, dem spektakulären Relief und bisher nicht gezeigten Kulturschatzes der Antike, ist nach eigenen Angaben des Museums ein Zukunftsprojekt und die Realisierung dieser Ausstellung ein besonderes Vorhaben.

Heroon
Mit einer Gesamtlänge der Friese , von 211 Metern, auf denen beinahe 600 aus Stein gemeißelte Figuren zu 15 Themen komponiert sind, ist das von Heroon ein einzigartiges Monument aus der griechischen Klassik (5./4. Jh. v. Chr), vergleichbar mit den Reliefs der Akropolis in Athen, die zeitgleich entstanden. Die unterschiedlichen Themen – Stadtbelagerung, Jagd und Schlacht, mythologische Szenen, Amazonen- und Kentaurenkämpfe – fügen sich zu einem Bildprogramm zusammen, das insbesondere durch eine Verbindung von klassisch-griechischen, einheimisch-lykischen, ägyptischen und orientalischen Elementen einmalig ist.
Die Reliefplatten wurden 1881 wiederentdeckt, für die kaiserlichen Sammlungen erworben und mit Genehmigung der osmanischen Behörden nach Wien gebracht. Ausschnitte des Reliefs sind seit 2005 in den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums zu bewundern, gesamt wurde es aber noch nie gezeigt. Geschäftsbericht 2020