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Dienstag, 7. Januar 2014



Donnerstag, 21. November 2013


Dienstag, 26. November 2013 um 08:56:15 von Kulturpool Redaktion

Fantastic Flying Books

Anlass
Das 30 Millionste Objekt der digitalen europäischen Datenbank ist online

Bei einem digitalen Archiv des kulturellen Erbes denken viele bloß an alte Meister und historische Dokumente, an Kupferstiche aus dem 17.Jahrhundert, Gemälde aus dem Barock, an Handschriften aus der Zeit vor Gutterberg oder an Fotografien aus den 1920er und 1930er Jahren. Künstler, Wissenschafter, Autoren, Filmemacher sowie Kreative aus vielen anderen Sparten erzeugen aber tagtägliche neue “Erbschaftsgüter”.

Dass in den öffentlich zugänglichen digitalen Archiven fast nur “Historisches” zu finden ist, hat primär mit ungelösten urheberrechtlichen Fragen und den Verwertungsinteressen von Rundfunk- und Fernsehanstalten, Verlagen und Musiklabels zu tun. Umso erfreulicher, dass in Österreich mit dem Linzer Ars Electronica Centre eines der weltweit bedeutensten Kulturinstitutionen existiert, die zeitgenössische Kunst, Wissenschaft und Technologie zusammen bringt und viele Werke aktueller Kunst auch online unter CC0-Linzenz (Gemeinfreiheit) zugänglich macht.

The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore - Computer Animation, 2012

Eines der Werke aus den Beständen des Ars Electronca Centers, der Zeichentrickfilm “The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore”, ist nun – via Kulturpool – auch als das 30 Millionste Objekt bei Europeana, dem europäischen Digitalarchiv, “gelistet”. Der Film von William Joyce, Brandon Oldenburg und den Moonbot Studios erzählt die Geschichte von Menschen, die ihr Leben den Büchern gewidmet haben, sowie die Geschichte von Büchern, die diese Gunst den Menschen zurückgeben. Er ist ein humoristisches Gleichnis der heilenden Kraft der “Erzählung” und damit im weiteren Sinne auch für die Kraft, die in unserem gesamten kulturellen Erbe steckt. Eine Kraft, die uns vielfach durch urheberrechtliche Beschränkungen vorenthalten wird, durch Beschränkungen, die oft nicht einmal den legitimen Interessen der eigentlichen Urheber dienen.

Europeana wurde vor fünf Jahren gegründet, um die wertvollen Bestände europäischer Museen, Bibliotheken, Archive und Galerien in digitaler Form jedermann – in mittlerweile 29 Sprachen - zugänglich zu machen; und das heißt auch, den weiteren kreativen Umgang mit dem kulturellen Erbe zu fördern.

Der große Wurf, der europäischen Politikern vor fünf Jahren mit der Gründung von Europeana und den jeweils nationalen Portalen (wie Kulturpool), die Europeana “beliefern”, gelungen ist, droht nun jedoch an der zaghaften Politik zu verkümmern, der - auf Druck der Verwertungslobbies - der urheberrechtliche Schutzgedanke wichtiger zu sein scheint, als das Ausschöpfen der kreativen Möglichkeiten, die ein freier Umgang mit dem kulturellen Erbe eröffnen würde.

-> www.europeana.eu