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Dienstag, 16. Juli 2013



Montag, 8. Juli 2013


Montag, 8. Juli 2013 um 11:49:49 von Kulturpool Redaktion

Akustische Zeitdokumente

Anlass
Digitalsierung der Ö1-Hörfunkjournale seit 1967

Reinhören, was damals geschah: Die Hörfunkjournale des ORF gehören zu den wichtigsten akustischen Dokumenten der österreichischen Zeitgeschichte. Nach der Rundfunkreform 1967 wurde mit den Journalen eine neue Form der Nachrichtensendung eingeführt. Eine zentrale Rolle nahm (und nimmt bis heute) dabei das Mittagsjournal ein, eine einstündige Sendung mit ausführlichen Informationen zum tagesaktuellen Geschehen.

Im Zuge des vom FWF geförderten Projektes der Österreichischen Mediathek zur inhaltlichen Aufarbeitung und Digitalisierung der Hörfunkjournale sind unter www.journale.at derzeit rund 8.000 Stunden Sendezeit digital in voller Länge abrufbar. Das entspricht über 100.000 Einzelbeiträgen sowohl zu österreichischen als auch internationalen Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Jahre 1967 bis 1999.

Der Sammlungsbestand der Österreichischen Mediathek bietet damit nicht nur inhaltlich interessante Informationen, sondern auch besondere Hörerlebnisse, die uns die Atmosphäre der 70er, 80er und 90er Jahre akustisch zu vermitteln helfen. Diese neuerliche Erweiterung des Webauftritts der Österreichischen Mediathek macht sie zu einem der größten Anbieter von Audio-Inhalten zur österreichischen Zeit- und Kulturgeschichte im Internet.

Dienstag, 16. Juli 2013 um 11:15:43 von Kulturpool Redaktion

Der Meister der Reportage

Anlass
Erich Lessings fotografisches Lebenswerk in der Nationalbibliothek

Die Bilder, die Erich Lessing 1956 während des Ungarischen Volksaufstandes machte, gingen um die Welt. Lessing dokumentierte die Kämpfe gegen die kommunistische Diktatur und die sowjetischen Besatzungstruppen, die auf ungarischer Seite etwa 2500 Tote forderten (die sowjetischen Truppen verloren nach eigener Darstellung 720 Mann) und zirka 200.000 Ungarn zur Flucht ins westliche Ausland zwangen, und legte damit einen Grundstein für seine große Karriere als Meister der Reportage und der inszenierten Dokumentation.

Heute gilt Lessing als einer der bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit. Mit seinem Fotoapparat hat er Weltgeschichte und -geschichten festgehalten: Meilensteine der Zeitgeschichte ebenso wie Szenen aus dem Alltagsleben der Nachkriegszeit. Als hellwacher Zeitzeuge hat er nicht nur die Stimmung in den osteuropäischen Ländern in der Morgendämmerung des kalten Krieges festgehalten, sondern auch die großen Gipfelkonferenzen der Nachkriegszeit begleitet, aus denen die Europäische Union hervorgegangen ist. Seine Bilder wurden in wichtigen internationalen Magazinen wie z.B. Paris Match, Life, Picture Post, EPOCA, Quick veröffentlicht.

Bald war Erich Lessing so bekannt, dass Politiker wie Konrad Adenauer, Dwight D. Eisenhower, Nikita Chruschtschow oder Charles de Gaulle sowie bedeutende Künstler wie Herbert von Karajan sich von ihm porträtieren ließen. Entstanden sind viele Bilder, die sich tief in das kollektive Bildgedächtnis eingeschrieben haben. Begehrt war Lessing aber auch als Set-Fotograf bekannter Kinofilme, unter anderem für „ The Sound of Music“, „Alexis Sorbas“ und John Houstons „Moby Dick“.

60.000 Bilder aus seinem fotografischen Lebenswerk schenkte Erich Lessing kurz vor seinem 90.Geburtstag am 13.Juli der Wiener Nationalbibliothek, die damit eines der bedeutendsten privaten Fotoarchive des Landes besitzt. Lessings Schenkung umfasst etwa 20.000 Schwarzweiß-Negative aus der Zeit von 1950 bis 1970, darunter Szene aus der Zeitgeschichte ebenso wie Porträtserien, sowie rund 40.000 großformatige Farbdias zu Themen der europäischen Kulturgeschichte, die Lessing seit Mitte der 1950er Jahre angefertigt hat.