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Samstag, 21. Januar 2012



Montag, 9. Januar 2012


Montag, 9. Januar 2012 um 14:14:52 von Kulturpool Redaktion

Eduard van der Nuell

Anlass
200. Tauftag

Eduard van der Nüll war ein österreichischer Architekt, der als einer der bedeutendsten Meister des Historismus der Ringstraßenzeit gilt.

Van der Nüll, dessen Geburtsdatum nicht genau belegbar ist, wurde am 9. Jänner 1812 getauft. Er studierte am Polytechnikum in Wien und Akademiestudien. Von 1839 bis 1843 unternahm er mit seinem späteren lebenslangen Berufspartner August Sicard von Sicardsburg ausgedehnte Studienreisen durch Westeuropa. Ab 1843 wurde er Professor an der Wiener Akademie, wo extra für ihn ein neuer Lehrstuhl „Perspektive und Ornamentik“ geschaffen wurde.
In seiner beruflichen und künstlerischen Gemeinschaft mit Sicardsburg war dieser eher für praktisch-technische Fragen und van der Nüll eher für ästhetisch-dekorative Frage zuständig. Als Lehrer und als Baukünstler errangen die beiden Architekten die unbestritten führende Stellung untern den österreichischen Architekten der Spätromantik.
Ihr erster gemeinsamer Auftrag war 1847 das mittlerweile abgetragene Carltheater in Wien-Leopoldstadt. Auch am Arsenal bauten sie in den 1850er Jahren einige Teile, so etwa das Kommandogebäude. Van der Nüll alleine hatte die Oberaufsicht über die 1853 begonnene Innenausstattung des bedeutendsten Kirchenbaus dieses Jahrzehnts, der Altlerchenfelder Pfarrkirche.

"Wien III "Wien 7 "Baden bei Wien "Baden bei Wien

Ebenfalls in den 1850ern plante er gemeinsam mit Sicardsburg und dem Baumeister, Architekten und Steinmetz Paul Wasserburger das Landhaus Wasserburger, auch „Theresenvilla“ genannt. Während Wasserburger den Grundriss und die Raumaufteilung erstellte, entwarfen Van der Nüll und Sicardsburg die Außenfassade, deren romantisierende neugotische Formen damals ein absolutes Novum waren.

Bedingt durch die Zeitumstände konnten van der Nüll und Sicardsburg verhältnismäßig wenig bauen, entwickelten aber wiederholt monumentale Projekte. Der Auftrag für die Wiener Hofoper (1861-69), wurde zu ihrem bedeutendsten Werk, das ihnen Weltruhm einbrachte.

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Die Hofoper wurde im Stil der Frührenaissance als erstes öffentliches Gebäude der Ringstraße errichtet. Der Bau führte allerdings nicht zu dem erwünschten öffentlichen Erfolg, wurde nach der Hebung des Straßenniveaus nach Beginn des Baus um einen Meter als „versunkene Kiste“ bezeichnet. Auch Kaiser Franz Joseph äußerte sich kritisch. Diese Umstände bewirkten eine Pressekampagne gegen die beiden Architekten, van der Nüll letztendlich vor der Vollendung des Baus in den Freitod trieb. Er erhängte sich am 4. April 1868, sein Kollege Sicardsburg starb nur knapp zehn Wochen später.
Es heißt, Kaiser Franz Joseph wäre von dem Selbstmord van der Nülls so schockiert gewesen, dass er alle zukünftigen Kunstphänomenen nur mit der stereotypen Phrase „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ kommentiert hat.

Eduard van der Nüll ist ein einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt.

Samstag, 21. Januar 2012 um 12:06:16 von Kulturpool Redaktion

Franz Grillparzer

Anlass
140. Todestag

Der österreichische Schriftsteller Franz Grillparzer wurde am 15. Jänner 1791 als Sohn des einflussreichen Wiener Rechtsanwaltes Wenzel Grillparzer und seiner Gattin Anna Franziska in Wien geboren.
Er war wohl eine der künstlerisch vielseitigsten und menschlich widersprüchlichsten Dichterpersönlichkeiten Österreichs.

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Ein Aquarell von Eduard Zetsche, auf 1891 datiert, zeigt den Hof des Geburtshauses von Franz Grillparzer in der Kramergasse im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Grillparzer besuchte 1796-99 die Normalschule St .Anna und als Privatist die der Piaristen, ab der 2. Klasse wechselte er als öffentlicher Schüler in das Gymnasium St. Anna. Bereits in der Schulzeit galt sein großes Interesse dem Lesen und Schreiben.

Er studierte vom 1807 bis 1809 Philologie und von 1807 bis 1811 Jus an der Universität Wien.
Durch den Tod des Vaters 1809 geriet die Familie aufgrund der angehäuften Schulden in eine fast ausweglose Situation. Indem er Studenten Privatunterricht erteilte, konnte er die Familie unterstützen und auch den eigenen Lebensunterhalt verdienen.

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1812 bekam Grillparzer eine Stelle als Hofmeister bei Graf Seiler. 1813 arbeitete er als unbezahlter Konzeptspraktikant in der Wiener Hofbibliothek, wo sich ihm die Gelegenheit bot, Sprachen zu lernen und griechische Autoren zu lesen.
Nach dieser Tätigkeit wurde Grillparzer Finanzbeamter, was ihn allerdings wenig erfüllte. Er beschäftigte sich zunehmend mit dem Verfassen von Dramen. Das Trauerspiel in fünf Akten die „Ahnfrau“ wurde nach zwei von der Zensur erlassenen Verboten 1817 im Theater an der Wien mit außerordentlichem Erfolg uraufgeführt. Grillparzer ließ das Stück drucken und ermöglichte so auch die Aufführung auf deutschen Bühnen. Ein Jahr später kam „Sappoh“ im Burgtheater zur Uraufführung.
Zu dieser Zeit beschäftigte sich der Dichter sehr ausführlich mit der griechischen Mythologie.
1819 stellte Grillparzer die Trilogie „Das Goldene Vlies“, das sich an dem antiken Argonautenepos von Apollonios von Rhodos und an der Medea von Euripides orientiert, fertig.
1823 wurde er Hofkonzipist in der Allgemeinen k.k Hofkammer.
In dieser Zeit entstand Grillparzers erstes historisches Drama „König Ottokars Glück und Ende“, dessen Aufführung zunächst wegen „ungünstiger Erinnerungen an Napoleons zweite Heirat mit Marie-Louise von Österreich und ungünstiger Schilderungen in Böhmen“ verboten. Es dauerte zwei Jahre, bis es aufgrund der Intervention der Kaiserin Karoline Charlotte Auguste zur Aufhebung der Zensur kam. Die Uraufführung fand am 19. Februar 1825 im Wiener Burgtheater statt.

Die widrigen Umstände und die Art, wie die Zensur mit seinen Dramen umging, kränkten Grillparzer zutiefst und riefen in ihm das Gefühl hervor, dass in Österreich für Dichter kein Platz sei. Daher fasste er 1826 den Entschluss, eine Reise nach Deutschland zu unternehmen, um dort mit anderen Dichtern zusammenzutreffen. Die Reiseroute verlief von Wien über Prag, Dresden, Berlin und Leipzig nach Weimar, wo es zu mehreren Begegnungen mit Goethe kam.
Unmittelbar nach der Rückkehr machte sich Grillparzer an das Stück "Treuer Diener seines Herrn", das 1830 ohne Schwierigkeiten von der Zensur angenommen wurde und beim Publikum mit großer Begeisterung Aufnahme fand.
Von 1832 bis zu seiner Pensionierung 1856 war er Direktor des k.k. Hofkammerarchivs, des heutigen Finanzministeriums.
Zwei Fotografien zeigen das Arbeitszimmer von Franz Grillparzer im Hofkammerarchiv, dem er 24 Jahre lang vorstand.

“Wien 1 “Das Arbeitszimmer von Franz Grillparzer“

Das linke Bild wurde 1930 aufgenommen und zeigt das 'Grillparzerzimmer', Durchblick gegen die Schmalfront mit Schreibtisch.
Die rechte Fotografie entstand um 1950 und wurde von Albert Hilscher aufgenommen.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden die Dramen „Libussa“, „Die Jüdin von Toldeo“ und „Ein Bruderzwist in Habsburg“.
Grillparzer war 1847 Gründungsmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
In seinen späteren Lebensjahren ging Grillparzer verstärkt seinen politischen Interessen nach. Nach der politischen Wende von 1848 wurde der Dramatiker aufgrund seiner kaisergetreuen Gesinnung Sprecher der kaiserlichen Armee und 1861 im Alter von siebzig Jahren in das österreichische Herrenhaus, die höchste politische Körperschaft der Monarchie, berufen.

Eine Reihe von Ehrungen und Auszeichnungen wurde ihm zuteil wie das Ritterkreuz des Leopoldordens, der Maximiliansorden vom Bayernkönig Max und der Guadalupe-Orden, den ihm Ferdinand Max, Kaiser von Mexiko verlieh, mit dem ihn eine Jahrzehnte währende Freundschaft verband.

“Franz Grillparzer“ “Franz Grillparzer“

1859 ernannte man Grillparzer zum Ehrendoktor der Universitäten Wien und Leipzig, 1865 wurde er Ehrenmitglied der philosophischen Fakultät der Universität Wien.
Grillparzer im Alter von einundachtzig Jahren, am 21. Jänner 1872 in seinem Wohnhaus in der Spiegelgasse.

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