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Montag, 3. Oktober 2011



Donnerstag, 29. September 2011


Samstag, 1. Oktober 2011 um 14:11:55 von Kulturpool Redaktion

Paul Morgan

Anlass
125. Geburtstag

Paul Morgan, gebürtig Paul Morgenstern, war ein österreichisches Schauspieler, Komiker und Librettist.
Er wurde am 1. Oktober 1886 in Wien als ältester Sohn des Rechtsanwalts Gustav Morgenstern und seiner Frau Clementine geboren. Wie seine Eltern wurde auch Paul katholisch getauft. Die Schulzeit verbrachte er in Wien und im niederösterreichischen Konvikt Horn. Paul Morgan nahm Schauspielunterricht und besuchte die k.k. Akademie der Musik und darstellenden Kunst in Wien. Sein Debüt feierte er im August 1908 am Theater in der Josefstadt. Danach spielte er an den Jaro-Bühnen und verschiedenen Provinztheater in Österreich-Ungarn und Deutschland, wo er auch Operetten und Schwänke zum Besten gab.
Seinen ersten Filmauftritt hatte er 1910 als Statist.
1914 schloss er sich nicht der allgemeinen Kriegsbegeisterung an und blieb aufgrund von Plattfüßen und Krampfadern Wien und dem Theater und Film erhalten. In dieser Zeit hatte er auch seinen ersten Auftritt als Conférencier im „Simpl“.

Paul Morgan Paul Morgan Paul Morgan

1917 ehelichte Paul Morgan Josefine Lederer und erhielt sein erstes Engagement am Berliner Lessingtheater. In den 1920er Jahren conférierte er unter dem Pseudonym Paul Stephan im Theater von Rudolf Nelson.

Zusätzlich trat er auch in Rosa Valettis Kabarett „Größenwahn“ und im Kabarett „Die Rakete“ auf.
Kurt Tucholsky erwähnte ihn daraufhin in der „Weltbühne“ und Morgan wurde über Nacht zum Star des Berliner Kabaretts.

Gemeinsam mit dem deutschen Theaterdirektor Kurt Robitschek und dem Kabarettisten Max Hansen gründete er am 1. Dezember 1924 das „Kabarett der Komiker“ kurz „Kadeko“ in Berlin, in dem große Komiker und Kabarettisten wie Heinz Erhardt, Werner Finck und Wilhelm Bendow auftraten.
Zwischen 1919 und 1933 spielte Paul Morgan in über 50 Filme mit. Im Herbst 1930 bekam er ein Film-Angebot aus Hollywood und Morgan verbrachte circa 9 Monate in Amerika, wo er in deutschen Versionen amerikanischer Filme mitwirkte. Danach kehrte er nach Berlin zurück.

Nach der Machergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er im Mai 1933 über die Schweiz nach Österreich. Er bekam kaum Engagements und seine Filmkarriere war praktisch beendet. 1935 trat er ohne Gage in Trude Kolmans neu gegründetem Kabarett im Grandhotel auf, conférierte ab und zu im Kabarett "Fiaker" oder in der "Schiefen Laterne".
Um 1935/36 schrieb er zusammen mit Adolf Schütz das Libretto zu Ralph Benatzkys musikalischem Lustspiel „Axel an der Himmelstür“.

Am 22. März 1938, wenige Tage nach dem Anschluss Österreichs, wurde Morgan verhaftet und ins Gefangenenhaus Elisabethpromenade gebracht. Im Mai 1938 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert, im September ins Konzentrationslager Buchenwald verlegt. Seine Frau Josefine erwirkte eine Einreisebewilligung nach Holland und das damalige Jugoslawien. Jedoch kam diese für Paul Morgan zu spät. Beim Strafexerzieren bei Wind und Regen, an dem er trotz Fieber teilnehmen musste, holte er sich den Tod. Er verstarb am 10. Dezember 1938 offiziell an einer Lungenentzündung.