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Montag, 3. Oktober 2011



Samstag, 1. Oktober 2011


Samstag, 1. Oktober 2011 um 14:11:55 von Kulturpool Redaktion

Paul Morgan

Anlass
125. Geburtstag

Paul Morgan, gebürtig Paul Morgenstern, war ein österreichisches Schauspieler, Komiker und Librettist.
Er wurde am 1. Oktober 1886 in Wien als ältester Sohn des Rechtsanwalts Gustav Morgenstern und seiner Frau Clementine geboren. Wie seine Eltern wurde auch Paul katholisch getauft. Die Schulzeit verbrachte er in Wien und im niederösterreichischen Konvikt Horn. Paul Morgan nahm Schauspielunterricht und besuchte die k.k. Akademie der Musik und darstellenden Kunst in Wien. Sein Debüt feierte er im August 1908 am Theater in der Josefstadt. Danach spielte er an den Jaro-Bühnen und verschiedenen Provinztheater in Österreich-Ungarn und Deutschland, wo er auch Operetten und Schwänke zum Besten gab.
Seinen ersten Filmauftritt hatte er 1910 als Statist.
1914 schloss er sich nicht der allgemeinen Kriegsbegeisterung an und blieb aufgrund von Plattfüßen und Krampfadern Wien und dem Theater und Film erhalten. In dieser Zeit hatte er auch seinen ersten Auftritt als Conférencier im „Simpl“.

Paul Morgan Paul Morgan Paul Morgan

1917 ehelichte Paul Morgan Josefine Lederer und erhielt sein erstes Engagement am Berliner Lessingtheater. In den 1920er Jahren conférierte er unter dem Pseudonym Paul Stephan im Theater von Rudolf Nelson.

Zusätzlich trat er auch in Rosa Valettis Kabarett „Größenwahn“ und im Kabarett „Die Rakete“ auf.
Kurt Tucholsky erwähnte ihn daraufhin in der „Weltbühne“ und Morgan wurde über Nacht zum Star des Berliner Kabaretts.

Gemeinsam mit dem deutschen Theaterdirektor Kurt Robitschek und dem Kabarettisten Max Hansen gründete er am 1. Dezember 1924 das „Kabarett der Komiker“ kurz „Kadeko“ in Berlin, in dem große Komiker und Kabarettisten wie Heinz Erhardt, Werner Finck und Wilhelm Bendow auftraten.
Zwischen 1919 und 1933 spielte Paul Morgan in über 50 Filme mit. Im Herbst 1930 bekam er ein Film-Angebot aus Hollywood und Morgan verbrachte circa 9 Monate in Amerika, wo er in deutschen Versionen amerikanischer Filme mitwirkte. Danach kehrte er nach Berlin zurück.

Nach der Machergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er im Mai 1933 über die Schweiz nach Österreich. Er bekam kaum Engagements und seine Filmkarriere war praktisch beendet. 1935 trat er ohne Gage in Trude Kolmans neu gegründetem Kabarett im Grandhotel auf, conférierte ab und zu im Kabarett "Fiaker" oder in der "Schiefen Laterne".
Um 1935/36 schrieb er zusammen mit Adolf Schütz das Libretto zu Ralph Benatzkys musikalischem Lustspiel „Axel an der Himmelstür“.

Am 22. März 1938, wenige Tage nach dem Anschluss Österreichs, wurde Morgan verhaftet und ins Gefangenenhaus Elisabethpromenade gebracht. Im Mai 1938 wurde er in das Konzentrationslager Dachau deportiert, im September ins Konzentrationslager Buchenwald verlegt. Seine Frau Josefine erwirkte eine Einreisebewilligung nach Holland und das damalige Jugoslawien. Jedoch kam diese für Paul Morgan zu spät. Beim Strafexerzieren bei Wind und Regen, an dem er trotz Fieber teilnehmen musste, holte er sich den Tod. Er verstarb am 10. Dezember 1938 offiziell an einer Lungenentzündung.

Montag, 3. Oktober 2011 um 11:42:55 von Kulturpool Redaktion

Wilhelm Kienzl

Anlass
70. Todestag

Der österreichischer Komponist, Opernkapellmeister, Librettist und Schriftsteller Wilhelm Kienzl wurde am 17. Jänner 1857 in Waizenkirchen in Oberösterreich geboren. 1860 zog er mit seiner Familie nach Graz und erhielt dort Violinunterricht bei Ignaz Uhl sowie Klavierunterricht bei Johann Buwa und ab 1872 bei Louis Stanislaus Mortier de Fontaine. 1874 studierte er an der Grazer Universität Physik, Literatur und Musikgeschichte. Sein Studium der Komposition, Musikästhetik und Musikgeschichte setzt er 1876 in Prag und später in Wien fort.
1877 studierte er in Leipzig und kurz bei Franz Liszt in Weimar.
Nachdem er 1879 in Wien mit seiner Dissertation „Die Musikalische Deklamation“ promovierte, reiste er als Pianist und Dirigent durch ganz Europa.

Prof. Wilhelm Kienzl "Kienzl Wilhelm Kienzl

1883 wurde er Direktor der Deutschen Oper in Amsterdam, von dort kam er über Hamburg und München nach Graz zurück, wo er 1886 die Leitung des Steiermärkischen Musikvereins und Aufgaben am Konservatorium übernahm. Für die Spielzeit von 1890 bis 1891 war er als Kapellmeister am Stadt-Theater in Hamburg verpflichtet, aber bereits im Januar 1891 wurde er aufgrund von schlechten Kritiken entlassen.
1894 schrieb er seine dritte und berühmteste Oper „Der Evangelimann“, deren Erfolg er 1897 mit „Don Quixote“ leider nicht wiederholten konnte. Lediglich das musikalische Schauspiel „Der Kuhreigen“, das am 23. November 1911 in der Wiener Volksoper uraufgeführt wurde, wurde vergleichsweise häufig nachgespielt.

Prof. Wilhelm Kienzl mit Gattin Wilhelm Kienzl zusammen mit seiner Gattin Henny Kienzl Wilhelm Kienzl zusammen mit seiner Gattin Henny Kienzl

1917 zieht Wilhelm Kienzl nach Wien. Dort verstirbt seine erste Ehefrau, die Wagnersängerin Lili Hoke und er heiratet 1921 Henny Bauer, die Librettistin seiner drei letzten Opern.

1919 komponierte er die Melodie zu einem, von Dr. Karl Renner geschriebenen, Text „Deutschösterreich, du herrliches Land“, welche bis 1929 die Nationalhymne der Ersten Österreichischen Republik war.

1936 gab Kienzl aus Krankheitsgründen das Komponieren auf und fünf Jahre später starb Kienzl am 3. Oktober 1941 in Wien. Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.