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Donnerstag, 21. April 2011



Donnerstag, 21. April 2011


Samstag, 16. April 2011 um 13:26:11 von Kulturpool Redaktion

Johanna Müller-Hermann

Anlass
70. Todestag

"Müller-Hermann Johanna" Fotografie von Fayer Georg

Die österreichische Komponistin Johanna Müller-Hermann wurde am 15. Jänner 1868 in Wien geboren. Als Tochter des gehobenen Beamten Alois von Hermann, der Sektionschef im Ministerium für Kultur und Unterricht war, erhielt sie schön früh musikalischen Unterricht.
Müller-Hermann musste Ihre Musikausbildung allerdings zurückstellen, besuchte eine Lehrerinnen-Bildungsanstalt und unterrichtete einige Jahre an einer städtischen Volksschule in Wien.

Finanziell durch ihre Heirat 1893 mit Otto Müller-Martini abgesichert, setzte sie ihre Musikstudien wieder fort, nahm wieder Klavier- und Geigenunterricht und erhielt von Josef Labor musiktheoretische Stunden. Weiters studierte sie bei Guido Adler und erhielt Kompositionsunterricht durch Alexander von Zemlinsky, Joseph Bohuslav Foerster und Franz Schmidt.
Ihre erste Komposition „Sieben Lieder“ Opus1 wurde im Jahr 1903 von Gutmann gedruckt. Fünf Jahre später, 1908, wurde ihre Sonate Opus 5 im Rahmen eines, vom Neuen Frauenclub initiierten, Konzert mit dem Titel „Vorführung von Frauenkompositionen“ aufgeführt.

Folgend wurden Müller-Hermanns Werke unter anderem im Wiener Musikverein öffentlich inszeniert.
Von 1918 bis 1932 unterrichtete sie als Nachfolgerin ihres Lehrers Josph Bohuslav Foerster als Professorin für Musiktheorie am Neuen Wiener Konservatorium.
Johanna Müller-Hermann verstarb am 16. April 1941 in Wien. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Familiengruft auf dem Zentralfriedhof in Wien.

Donnerstag, 21. April 2011 um 12:17:27 von Kulturpool Redaktion

Motive des Gruendonnerstags

Der Gründonnerstag zählt zu den drei Kartagen und markiert den Beginn der Triuum Sacrum, also die Feier der drei österlichen Tagen (Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag).
Der Gründonnerstag steht im Zeichen des Leidens Jesu. Der volkstümliche Name Gründonnerstag ist seit dem Hohen Mittelalter belegt. Es gibt verschiedene Thesen über die Herkunft des Namens. Eine Annahme ist, das sich der Name von dem althochdeutschen Begriff „grinen“ (klagen) herleitet. Ob sich das Klagen dabei auf die Fastenzeit mit dem Leiden, auf die darauffolgende Nacht, die Jesu in Todesangst verbrachte oder das Weinen auf die bevorstehende Kreuzigung Jesu bezieht ist ungeklärt.
Möglicherweise geht er aber auch auf einen älteren Brauch zurück, an diesem Tag grüne Frühlingskräuter zu essen. Eine andere These stützt sich auf die Bezeichnung „Grüne“, lateinisch „virides“, womit im Mittelalter jene öffentlichen Büßer benannt wurden, die nach der Fastenzeit als Sündenlose wieder in die kirchliche Gemeinschaft zurückkehrten.
Die christlichen Kirchen gedenken am Abend des Gründonnerstags des letzten Abendmahls Jesu mit den zwölf Aposteln. Weitere Hauptmotive sind die Fußwaschung, das Gebet Jesu am Ölberg und schließlich die Gefangennahme und Geißelung Christi.

"Das letzte Abenmahl" von Albrecht Dürer Fußwaschung Christi

"Christus am Ölberg" von Giorgio Vasari "Die Grüne Passion – Gefangennahme Christi" von Albrecht Dürer

"Dornenkrönung Christi" von Caravaggio "Geißelung Christi" von Moderno

Freitag, 29. April 2011 um 12:45:13 von Kulturpool Redaktion

Ludwig Wittgenstein

Anlass
60. Todestag

Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein wurde am 26. April 1889, zwei Jahre nach seinem Bruder Paul Wittgenstein in Wien geboren. Wittgenstein lieferte wichtige Beiträge zur Philosophie der Logik, Sprache und des Bewusstseins und war einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Bildnis Ludwig Wittgenstein

Seine universitäre Ausbildung, in Form eines Ingenieurstudiums, begann Wittgenstein 1906 an der Technischen Universität in Charlottenburg, Berlin. Nachdem er 1908 sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte ging er als Research Student nach Manchester, wo er an der Universität in der Abteilung Ingenieurwissenschaften versuchte, einen Flugzeugmotor zu bauen. Bei seinen technischen Versuchen stieß Wittgenstein auf die Grundprobleme der Mathematik.
Ende 1911 ging er nach Cambridge, um bei Bertrand Russell, einem britischen Philosophen, Mathematiker und Logiker, Logik und Philosophie zu studieren. Wittgenstein pflegte Kontakt und Freundschaft nicht nur zu dem berühmten Logiker Gottlob Frege, dem Philosophen Moore, dem Ökonomen Keynes, sonder auch zu seinem Lehrer Russell.
Wittgenstein begann 1913 mit seiner Arbeit an Manuskripten, die als Vorarbeiten zu seinem philosophischen Werk „Tractatus logico-philosophicus“ dienten. Während dieser Zeit hielt er sich teilweise in Norwegen auf, wo er sich in Skjolden ein kleines Holzhaus bauen ließ.

Von 1814 bis 1818 diente Ludwig Wittgenstein als Freiwilliger im ersten Weltkrieg und geriet in italienische Gefangenschaft. Die Arbeit am „Tractatus“ führte er während des Krieges fort und schloss sie 1918 noch vor seiner Gefangennahme ab. Nach einigen Schwierigkeiten das Buch zu veröffentlichen, gelang es Wittgenstein, mit Hilfe von Russell, den „Tractatus“ 1921 zunächst in der Zeitschrift „Annalen der Naturphilosophie“ und 1922 in einer zweisprachigen Ausgabe zu publizieren. 1919 kehrte Wittgenstein nach Wien zurück, absolvierte eine Ausbildung in der Lehrerbildungsanstalt und wurde Volksschullehrer in Niederösterreich. In dieser Zeit schrieb er das „Wörterbuch für Volksschulen“. Nach sechs Jahren gab er seine Lehrtätigkeit auf und beschäftigte sich mit Architektur. Zusammen mit dem Architekten Paul Engelmann, einem Schüler von Adolf Loos, erbaute er von 1926 bis 1928 ein repräsentatives Stadt-Palais im 3. Wiener Gemeindebezirk für seine Schwester Margarethe Wittgenstein-Stonborough.

"Wien 3.- Parkgasse 18" Villa Wittgenstein

Das Haus Wittgenstein, heute das Bulgarische Kulturinstitut, ist ein einzigartiges Beispiel der frühen Moderne in Wien und wurde bald zu einem Mittelpunkt kulturellen Lebens und Treffpunkt für Philosophen des „Wiener Kreises“. Wittgenstein begann sich wieder intensiv mit philosophischen Fragen zu beschäftigen, nahm an Diskussion des „Wiener Kreises“ teil.

Anfang 1929 kehrte Wittgenstein nach Cambridge zurück, wo er mit dem „Tractatus“ als Dissertation promovierte und bis 1936 als Research Fellow lehrte. Nachdem seine Lehrstelle in Cambridge beendet war, ging Wittgenstein abermals nach Norwegen, um dort an seinen Manuskripten für die „Philosophischen Untersuchungen“ weiterzuarbeiten, die er erst 1949 abschloss.
1939 wurde er als Nachfolger Moores auf dessen Lehrstuhl der Philosophie nach Cambridge berufen und erlangte die britische Staatsbürgerschaft. Während des zweiten Weltkrieges arbeitete Wittgenstein freiwillig als Pfleger in zwei Londoner Spitälern.
Seine Professur legte er im Oktober 1947 nieder, löste sich so vom akademischen Leben in Cambridge und verbrachte viel Zeit in Irland. Er fokussierte sich in seiner Arbeit auf die „Philosophie der Psychologie“, die Gegenstand des II. Teils der „Philosophischen Untersuchungen“ wurde. Das Werk wurde erst 1953 postum veröffentlicht. Wittgenstein starb am 29. April 1951 an Krebs. Einen Tag vor seinem Tod, bevor er das Bewusstsein verlor, sagte er: „Sage ihnen, dass ich ein wunderbares Leben geführt habe“.