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Mittwoch, 9. Februar 2011



Montag, 10. Januar 2011


Samstag, 22. Januar 2011 um 18:37:20 von Kulturpool Redaktion

Bruno Kreisky

Anlass
100. Geburtstag

Bruno Kreisky (1911 - 1990) wäre am 22. Jänner 100 Jahre alt geworden.
Der österreichische Jurist und Politiker war von 1970 bis 1983 Bundeskanzler der Republik Österreich und somit der am längsten amtierende Bundeskanzler in der Geschichte Österreichs.
Bruno Kreisky wurde am 22.1.1911 als zweitältester Sohn in eine jüdische großbürgerliche Familie in Wien – Margareten geboren.
Ab 1927 war Kreisky in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) tätig und wurde bald zum Obmann gewählt.
Nach der Niederschlagung der Sozialdemokratie beteiligte er sich 1934 an der Gründung der illegalen „Revolutionären Sozialistischen Jugend“ und nahm mehrfach an Treffen teil. Aufgrund seiner illegalen Tätigkeiten verbüßte Kreisky von 1935-36 eine politische Freiheitsstrafe.
Nach der Enthaftung im Mai war ihm der weitere Hochschulbesuch verboten.
Erst am 14. März 1938, nur einen Tag nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich, legte Kreisky die letzte Prüfung seines Jurastudiums an der Universität Wien ab. Am nächsten Tag befand er sich bereits in "Schutzhaft". Die Entlassung erfolgte nur unter der Bedingung das Land zu verlassen und Kreisky emigrierte nach Schweden, wo er bis zu seiner Rückberufung blieb.
Zurück in Wien wurde Kreisky nach der Wahl Theodor Körners zum Bundespräsidenten 1951 zu dessen politischem Berater.
Nach seiner Ernennung zum Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten des Bundeskanzleramtes 1953 nahm Kreisky an entscheidenden Verhandlungen teil, die zum österreichischen Staatsvertrag und zur Annahme des Neutralitätsgesetzes führten und einen zehnjährigen Zeitraum beendeten, während dessen Österreich von den vier Alliierten verwaltet wurde.

Bei den Nationalratswahlen 1956 wurde Kreisky in den Nationalrat gewählt, dem er bis zu seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik 1983 angehörte. Im November desselben Jahres wurde er am SPÖ-Parteitag in den Parteivorstand gewählt, ohne auf der Kandidatenliste gestanden zu haben.

Nach den Wahlen im Frühjahr 1959 avancierte Kreisky zum Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten, eine Funktion, die er bis zum Bruch der Großen Koalition im Frühjahr 1966 innehaben sollte.

Verabschiedung von Bruno Kreisky im Außenministerium - April 1966

Am 5. Juni 1966, nach dem Ende der Nachkriegskoalitionsregierungen, wurde Kreisky Parteiobmann der SPÖ-Niederösterreich und acht Monate später, am 1. Februar 1967, in einer turbulenten Kampfabstimmung mit Hans Czettel, zum Nachfolger Bruno Pittermanns als Bundesparteivorsitzender der SPÖ gewählt.

Bei den Wahlen vom 1. März 1970 konnte er sich gegen den ÖVP-Bundeskanzler Josef Klaus durchsetzen und bildete nun, mit Duldung der FPÖ unter Friedrich Peter, eine SPÖ-Minderheitsregierung.

Gruppenbild Regierung Kreisky I - April 1970 Gruppenbild Regierung Kreisky II - November 1971

Die absolute Mehrheit erreichte er erstmals bei vorgezogenen Wahlen am 10. Oktober 1971 unter dem Motto "Lasst Kreisky und sein Team arbeiten“. 1975 und 1979 unter dem neuen Slogan "Kreisky - wer sonst?" konnte die absolute Mehrheit ausgebaut werden.

Regierung Kreisky III - Oktober 1975 Nationalratswahl 1979

Kreiskys Kanzlerschaft (1970-1983) war durch weitreichende Reformen (Ausbau des Sozialstaats, Einführung des Karenzgeldes, des Mutter-Kind-Passes und der Geburtenbeihilfe, Familienrechtsreform, große Strafrechtsreform, Reform des Bildungswesens, Demokratisierung der Universitäten) und vielbeachtete außenpolitische Initiativen (vor allem im Nahen Osten) gekennzeichnet.

Kreisky öffnete die SPÖ auch gegenüber bürgerlichen WählerInnen, pflegte einen intensiven und versöhnlichen Dialog mit der katholischen Kirche, fand mit seinem liberalen Kulturverständnis Unterstützung bei Intellektuellen und Künstlern und machte sie zur erfolgreichsten sozialdemokratischen Partei Westeuropas.

Die letzten Regierungsjahre Bruno Kreiskys waren von wirtschaftlichen Problemen, Skandalen und persönlichen Rivalitäten ("Fall Androsch") überschattet.

Der Verlust der absoluten SPÖ-Mehrheit im Nationalrat im Jahr 1983 führte schließlich zum Rückzug Kreiskys aus der aktiven Politik.