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Donnerstag, 11. November 2010



Mittwoch, 17. November 2010


Montag, 8. November 2010 um 17:42:26 von Kulturpool Redaktion

Reichsinsignien

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Smartwork Reichsinsignien

Die Insignien, Kleinodien und Reliquien des Heiligen Römischen Reiches, welches bis 1806 andauerte, werden heute in der weltlichen Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien aufbewahrt und ausgestellt. Diese Sammlung weltlich-geistlicher Kultgegenstände ist der einzige fast vollständige erhaltene Kronschatz aus dem Mittelalter.

Das Heilige Römische Reich bezeichnet den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaisers vom Mittelalter bis zum Jahr 1806. Die Reichsinsignien waren Zeichen der Herrschaft des Römischen Kaisers und Deutschen Königs. Dazu gehören als wichtigste Gegenstände die Reichskrone, der Reichsapfel, das Reichskreuz, die Heilige Lanze, das Reichschwert und die Teile des Krönungsornats.

"Die Reichskrone" "Der Reichsapfel" "Das Reichskreuz"

Bis in das 15. Jahrhundert gab es im Heiligen Römischen Reich keine Haupt- und Residenzstadt und somit hatten die Reichsinsignien keinen festen Aufbewahrungsort. Zeitweise begleiteten sie den Herrscher sogar auf dessen Reisen durch das Reich. Meistens verwahrten allerdings die Kaiser den Insignienschatz in befestigten Bauten, wie beispielsweise der Benediktinerabtei Limburg, der Kaiserpfalz Goslar, der Burg Trifels, dem Alten Hof in München oder dem Prager Veitsdom.

"Adlerdalmatika" "Der Krönungsmantel" "Die Handschuhe"

Im Jahr 1424 wurden der größte Teil der Reichskleinodien nach Nürnberg gebracht, ein kleinerer Teil befand sich in Aachen. Sie verließen ihre Aufbewahrungsorte nur für Krönungszeremonien und zu Reichstagen.
Um die Reichsinsignien vor den französischen Truppen in Sicherheit zu bringen, verließen sie 1794 Aachen und 1796 Nürnberg und kamen nach einigen Zwischenstationen um 1800 in Wien an. Somit waren die Nürnberger Kleinodien und Aachener Kleinodien vereint. Nachdem 1806 der Kaiser Franz II. die Krone niedergelegt hatte und so das Heilige Römische Reich aufgelöst wurde, versuchten Nürnberg und Aachen die Rückführung der Kleinodien zu bewirken. Diese verblieben jedoch bis heute, abgesehen von weiteren Sicherstellungen vor Napoleon 1805 – 1809 und in der Zeit zwischen 1938-1946, in der Wien.

Donnerstag, 11. November 2010 um 17:33:04 von Kulturpool Redaktion

Reichskrone

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Smartwork Reichskrone

Als das kostbarste Stück der Reichsinsignien gilt die Reichskrone, mit der deutsche Könige und römisch-deutsche Kaiser gekrönt wurden. Die oktogonale Form der Krone ergibt sich durch die acht mit Scharnieren verbundenen, nach oben zu rundbogig aufgelösten Platten. Die einzelnen Platten der Reichskrone sind aus gediegenem Gold.

"Die Reichskrone"

Die vier größeren Platten, Stirn-, Schläfen- und Nackenplatten sind unterschiedlich groß und mit Perlen und Edelsteinen in Hochfassungen besetzt. Ordnung und Programm des gesamten Steinschmuckes nahmen Bezug auf Vorstellungen vom Himmlischen Jerusalem. Die Zwölfzahl der großen Steine auf Stirn- und Nackenplatte steht symbolisch für die Zwölfzahl der Apostel sowie der Stämme Israels und der Söhne Jakobs. Insgesamt wurden 144 Edelsteine und etwa gleich viele Perlen verarbeitet. Die Steinplatten wechseln sich alternierend mit den Bildplatten ab. Diese sind die vier kleineren Platten, die mit Bilddarstellungen aus dem Alten und Neuen Testament im Senkschmelzverfahren verziert sind. Senkschmelz bedeutet, dass Vertiefungen mittels Flachpunzen in die Goldplatten getrieben wurden, in denen anschließend mit Hilfe von Stegen Zellen gebildet werden. Diese Zellen werden mit Email aufgefüllt und gebrannt.

Die Emailplatten sind inhaltlich aufeinander bezogen. Drei Bildplatten beziehen sich auf das alte Testament und stellen König David, König Salomo und Ezechias mit dem Propheten Iasais dar. Die Personen können anhand von Überschriften identifiziert werden. Schriftbänder verdeutlichen die Herrschaftstheologie. König David hält ein Spruchband mit der Aufschrift „HONOR REGIS IUDICIUM DILIGIT“ (Die Ehre des Königs liebt den Rechtsspruch) und symbolisiert so die staatsmännische Gerechtigkeit. König Salomo, der auf der linken Schläfenplatte dargestellt ist, hält das Schriftband „TIME DOMINUM ET RECEDA A MALO“ (Fürchte Gott und meide Unrecht). Auf der dritten alttestamentarischen Platte verkündet der Prophet Isaias dem König Ezechias das Wort Gottes „ECCE ADICIAM SUPER DIES TUOS XV ANNOS“ (Siehe, ich will zu deinen Lebenstagen noch fünfzehn Jahre hinzufügen).
Die vierte Platten mit Figurenprogramm, die sogenannte Majestas-Domini-Platte, zeigt den Christus Pantokrator flankiert von zwei Engeln mit der Überschrift „PER ME REGES REGNANT“ (Durch mich herrschen die Könige) und wird als Zeichen des Gottesgnadentums gedeutet.

Neben den Platten besteht die Reichskrone aus einem aufgesteckten Kronenkreuz und einem achtlappigen Bügel, die beide eine Hinzufügung des frühen 11. Jahrhunderts sind. Die „Schauseite" des in Größe und Form wohlproportionierten Kreuzes ist als „crux gemmata", als edelsteinbesetztes Triumphzeichen, ausgebildet. Auf der Rückseite ist die Inschrift „IHC NAZARENUS REX JUDEORUM“ (Jesus aus Nazareth König der Juden). Der Bügel weist mit seinen aus kleinen Perlen gebildeten Inschriften „CHUONRADUS DEI GRATIA" (auf der linken Seite) „ROMANORU(M) IMPERATOR AUG(USTUS)" (auf der rechten Seite) (Konrad, von Gottes Gnaden erhabener Kaiser der Römer) auf Kaiser Konrad II. (römisch-deutscher Kaiser 1027-1039) hin. Die Krone selbst wird in die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert.

Die Reichskrone gilt als das imperiale Sinnzeichen und als künstlerische und rechtliche Ausprägung eines theologisch begründeten Herrschaftsanspruches.

Mittwoch, 17. November 2010 um 12:09:05 von Kulturpool Redaktion

Karl Merkatz

Anlass
80. Geburtstag

Der österreichische Schauspieler Karl Merkatz wurde am 17. November 1930 in Wiener Neustadt geboren. Nachdem er das Tischlerhandwerk erlernt hatte, gab es sich einer großen Leidenschaft, dem Schauspiel hin, und nahm in Salzburg, Wien und Zürich Unterricht. Seine Abschlussprüfung macht er am Mozarteum in Salzburg.

"Karl Merkatz" Fotografie von Alfred Cermak

Es folgten Engagements unter anderem am Theater der Stadt Heilbronn, an den Städtischen Bühnen Nürnberg, am Salzburger Landestheater, an den Bühnen der Stadt Köln, am Schauspielhaus Hamburg und am Thalia Theater, an den Münchner Kammerspielen, den burgenländischen Festspielen in Mörbisch, den Salzburger Festspielen sowie am Wiener Volkstheater.

Karl Merkatz spielte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen, meist die Hauptrollen. Neben „Der Bockerer“ zählt zu seinen wichtigsten Arbeiten die bereits zum Kult avancierte Fernsehserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“, einer Milieustudie, die das Leben einer Wiener Arbeiterfamilie zeigt. In 24 Folgen prägte Merkatz als Edmund „Mundl“ Sackbauer das Bild des lauten, aufbegehrenden Randbezirks-Wiener.
Zu den Film- und Fernsehengagements gesellen sich mehr als 150 Theaterrollen, in denen Merkatz vor allem Nestroy, Raimund- und Shakespeare-Figuren darstellte. Merkatz wirkte außerdem in Operetten und Opern mit und feierte auch als Musicaldarsteller große Erfolge.
Bei den Salzburger Festspielen 2005 stand Merkatz als „Ottokar“ und auch im Theaterstück „Jedermann“ auf der Bühne.

Karl Merkatz erhielt das Filmband in Gold (1982) für den Bockerer (1. Teil) und eine Goldene Romy als beliebtester Schauspieler Österreichs (1996). Im Juni 1999 wurde der populäre Schauspieler in Wien mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. 1995 erhielt er die Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien für seine Verdienste an Wiener Theatern und als exzellenter Darsteller von wienerischen Typen sowie den Ehrenring seiner Heimatstadt Wiener Neustadt, eine der höchsten Auszeichnungen der Stadtgemeinde.
Im Oktober 2002 wurde ihm das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich verliehen.

Mittwoch, 24. November 2010 um 15:53:35 von Kulturpool Redaktion

Corpus der deutschen und niederlaendischen Zeichnungen 1350-1500

Information
Forschungsprojekt
Leitung: Prof. Dr. Fritz Koreny
Mitarbeiterin: Dr. Eva Michel

Ziel des Corpus der deutschen und niederländischen Zeichnungen 1350-1500 ist die weltweite Erfassung der deutschen, niederländischen, französischen und böhmischen Zeichnungen von etwa 1350 bis 1500. Aus diesem Zeitraum sind mehr als 2500 deutsche und etwa 700 nieder­ländische Zeich­nungen erhalten. Die Gruppe der französischen und böhmischen Zeichnungen ist mit ungefähr 300 Blättern bedeutend kleiner.

"Der Baummensch" von Hieronymus Bosch

Die Arbeit gliedert sich in zwei Bereiche: der systematischen Bestandsaufnahme der Blätter sowie deren wissenschaftlichen Bearbeitung und Zuordnung. Die materielle Erfassung ist weit vorangetrieben: Abgeschlossen ist die Aufarbeitung der Bestände in den USA, Kanada, Rußland, den skandinavischen Ländern, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Ungarn. Ausständig sind Polen und die baltischen Staaten, Tschechien, die Schweiz sowie ein Teil der deutschen Sammlungen. Insgesamt wurden bisher etwa 1500 Blätter im Original überprüft. Die Photodokumentation ist auf etwa 2500 Stück angewachsen.

Einzelne Forschungsergebnisse liegen bereits in Artikeln für Fachzeitschriften und Ausstellungskatalogen vor. Eine Auswahl der bedeutendsten niederländischen Zeichnungen wurde 2002 in der Ausstellung Meisterzeichnungen von Jan van Eyck bis Hieronymus Bosch im Rubenshaus, Antwerpen, einer breiten Öffentlich­keit präsentiert.

Der die Schau begleitende Katalog (Sprachen: deutsch, englisch, französisch und niederländisch) ist als kurzgefasstes Handbuch niederländischer Zeichnung des 15. Jahrhunderts angelegt. Er entspricht im Konzept und der Gliederung des Materials sowie der Bearbeitung der Katalognummern der geplanten Publikation.

Das Corpus ist als mehrbändiges, nach Künstlern bzw. Kunstlandschaften gegliedertes Werk geplant, vergleichbar dem Corpus der italienischen Zeichnungen 1300-1450 von B. Degenhart und A. Schmitt (Berlin, ab 1968; bisher 14 Bde).
Vorrangig erfolgt derzeit die wissenschaftliche Bearbeitung der niederländischen Zeichnungen.

Inhalt aus www.oeaw.ac.at