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Freitag, 8. Oktober 2010



Montag, 25. Oktober 2010


Samstag, 2. Oktober 2010 um 14:27:16 von Kulturpool Redaktion

Lange Nacht der Museen 2010

Logo der Langen Nacht der Museen

Zum bereits elften Mal öffnen am 2. Oktober 2010 bei der "ORF-Langen Nacht der Museen" Kulturinstitutionen, Museen und Galerien in ganz Österreich sowie in Liechtenstein ihre Pforten - insgesamt nehmen heuer rund 680 Häuser daran teil, was einen neuen Rekord darstellt.

Von 18.00 Uhr bis 1.00 Uhr Früh kann man mit einem einzigen Ticket die heimische Museumslandschaft in all ihrer beeindruckenden Vielfalt kennenlernen und auf spannende Weise neue Zugänge zu Kunst und Kultur entdecken. Die Tickets gelten als Eintrittskarte für alle teilnehmenden Institutionen und als Fahrschein für die Shuttlebusse zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten. Eine Kooperation zwischen ORF und Wiener Linien macht es heuer erstmals möglich, dass das "Lange Nacht"-Ticket auch als Fahrschein für die Verkehrsmittel des öffentlichen Verkehrs in Wien (inkl. Nightline-Busse) gilt. Diese Aktion ist von 2. Oktober ab 16.00 Uhr bis 3. Oktober 2010, 3.00 Uhr gültig. Detaillierte Informationen zu den teilnehmenden Museen und den speziellen Programmen finden sich in den bundeslandspezifischen Booklets und im Internet unter http://langenacht.ORF.at.

Freitag, 8. Oktober 2010 um 15:13:27 von Kulturpool Redaktion

Michelangelo - Zeichnungen eines Genies

Ausstellung
Albertina
8. Oktober 2010 - 9. Jänner 2011

Die Albertina zeigt vom 8. Oktober 2010 bis zum 9. Jänner 2011 die erste große Michelangelo-Ausstellung seit mehr als zwanzig Jahren. Die Präsentation von 120 der kostbarsten Blätter ermöglicht einen umfassenden Einblick in das Schaffen des großen Genies. Die Zeichnungen kommen aus den eigenen Beständen der Albertina, aus bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen - den Uffizien und der Casa Buonarroti in Florenz, dem Louvre in Paris, dem Metropolitan Museum in New York, dem Teylers Museum in Haarlem, der Royal Collection in Windsor Castle (Privatbesitz der englischen Königin), dem British Museum in London - sowie aus Privatbesitz.

"Drei stehende Männer in weiten Mänteln nach links gewendet" von Michelangelo "Kniender Mann in Rückenansicht und weitem Mantel" von Michelangelo "Maria Lactans" von Michelangelo

Die Auswahl der Werke konzentriert sich auf die figürlichen Zeichnungen, in denen der Künstler Körper von unbändiger Kraft und größten Energien zeigt, die das tiefe seelisches Empfinden und die inneren Spannungen seiner Gestalten sichtbar machen. Es sind Menschen von dramatischer Ausdruckskraft, die Michelangelo ins Monumentale und Heroische transformiert.

"Männlicher Rückenakt mit Fahnenstange" von Michelangelo "Sitzender Jünglingsakt und zwei Armstudien" von Michelangelo

Der Bogen spannt sich von der frühesten erhaltenen Zeichnung (einer Kopie nach Giotto), über die Entwürfe für die Schlacht von Cascina und die Vorzeichnungen für die berühmten Fresken in der Sixtinischen Kapelle bis hin zu den raffinierten Geschenkblättern für Michelangelos Freund Tommaso de´Cavalieri oder den späten Kreuzigungsdarstellungen des fast achtzigjährigen Künstlers. Ausführlich diskutiert werden auch die Projekte für die verschiedenen Päpste, denen der Meister diente: das Grabmal Julius´II., die Medici-Kapelle, das Jüngste Gericht oder die Entwürfe für die Kuppel von St. Peter. Die Auswahl ergänzen Arbeiten von Freunden und Künstlerkollegen, denen man früher oft Zeichnungen Michelangelos zugeschrieben hat, obwohl deren Stil vollkommen unterschiedlich ist. Malern wie Sebastiano del Piombo etwa half der Meister fortwährend, indem er ihm Ideen für seine Bilder lieferte. Zudem werden Gemälde und Reliefs gezeigt, die nach Entwürfen Michelangelos entstanden sind.

Inhalt aus albertina.at

Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 14:57:46 von Kulturpool Redaktion

Edita Gruberova - 40 Jahre Wiener Staatsoper

Ausstellung
Österreischisches Theatermuseum
13. Oktober 2010 - 9. Jänner 2011

Das Österreichische Theatermuseum widmet der einzigartigen Künstlerin eine Ausstellung von 13. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011, in der auf alle wichtigen Stationen ihrer Karriere eingegangen wird.

"Edita Gruberova als Zerbinetta" Fotografie von Elisabeth Hausmann

Sie gehört in die rare Kategorie „Primadonna“: Edita Gruberova, die Koloratur-Diva aus Bratislava, singt seit 40 Jahren an der Wiener Staatsoper. Sie debütierte am 7.2.1970 als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte. Sechs Jahre später gelang ihr als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss unter der Leitung von Karl Böhm der Durchbruch und spätestens seit ihrer Lucia di Lammermoor-Premiere im Jahr 1978 gehört sie zu den führenden Sopranen der internationalen Opernszene. Für sie wurden und werden Stücke ins Repertoire geholt, die sonst kaum gegeben werden, wie etwa Bellinis I Puritani oder die Donizetti-Opern Linda di Chamounix oder Roberto Devereux. Dass ihre Popularität ungebrochen ist, lässt sich beispielhaft an dem enormen Interesse an der Norma-Serie im diesjährigen Salzburger Festspielsommer oder an den konzertanten Aufführungen von Lucrezia Borgia in der Wiener Staatsoper im Oktober 2010 ablesen.

Für die Ausstellung hat Edita Gruberova ihr privates Archiv geöffnet und zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente und Fotografien, die auch einen Einblick hinter die Kulissen einer Karriere gestatten, zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen ihre wichtigsten Rollen: Von Manon bis Maria Stuarda, von Julia bis Lucia und Zerbinetta dokumentieren Fotos, Kostüme, Programmzettel, Plattenhüllen sowie Film- und Tonbeispiele ihre unverwechselbaren Interpretationen. Selbstverständlich werden auch die Jahre vor Wien – unter drückenden Verhältnissen in der damaligen CSSR – sowie die Höhepunkte der internationalen Karriere thematisiert. Die Ausstellung wurde von Peter Dusek kuratiert und Brigitta Miron gestaltet.

Inhalt aus dem Österreischisches Theatermuseum

Montag, 18. Oktober 2010 um 15:25:05 von Kulturpool Redaktion

Vanitas

Information
Dieser Blogeintrag ist auch als Smartwork verfügbar!
Smartwork Vanitas

Der Ursprung des Wortes „Vanitas“ ist im Buch Koholet (Koh. 1,2), einer Schrift des Alten Testaments, zu finden und verdeutlicht die jüdisch-christliche Vorstellung von der Vergänglichkeit alles Irdischen. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Weisheitssprüchen, praktischen Lebensratschlägen und Warnungen vor falscher Lebensweise.
Das Vanitas-Motiv in der bildenden Kunst soll, meist mit einer moralisierenden Intention, an die Vergänglichkeit des Lebens und der irdischen Güter erinnern. Die Vanitas-Symbole lassen sich grundsätzlich in zwei große Gruppen unterteilen. Einerseits in Gegenstände, denen die Vergänglichkeit eigen ist und deren Erscheinung den Gedanken daran weckt.
Häufige Attribute sind der Totenschädel, die erlöschende Kerze, die Sanduhr und die verwelkende Blume. Andererseits symbolisieren Objekte, deren Wert nur scheinbar beständig ist, wie Bücher, Geld, Schmuck, Insignien und andere Kostbarkeiten die Vanitas-Thematik.
Im weiteren Sinn gehören auch Emeriten- und Märtyrerszenen, wie die des Hl. Hieronymus und der Maria Magdalena, in diesen Zusammenhang.
Vanitas-Motive zeigen, dass der Mensch keine Gewalt über das Leben hat.

Entwickelt wurden Vanitas-Stillleben im Flandern des 16. Jahrhundert, doch erlebten sie ihre große Blüte in den Niederlanden im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Haarlem und besonders die Universitätsstadt Leiden waren die Zentren dieses Bildtyps.

Besonders im Barock gilt das Vanitas-Stillleben als Stilform der Stillleben-Malerei. Die Darstellung lebloser Gegenstände wird dabei auf die Spitze getrieben, indem zusätzlich Sinnbilder der Vergänglichkeit hinzugefügt werden. Die Vanitas-Thematik verdeutlicht einen Konflikt zwischen Mittelalter und Moderne und zeigt den Zwiespalt zwischen menschlicher Demut und menschlichem Selbstbewusstsein auf.

Im 18. Jahrhundert verlieren die Vanitas-Symbole ihre vordergründige Funktion als religiöse Warnung, bleiben jedoch bis in die Kunst der Gegenwart hinein gebräuchlich.

Der niederländische Künstler Pieter Aertsen (1509-1575) entwickelte ab der Mitte des 16. Jahrhunderts mit Küchenstücken und Marktbildern einen neuen Bildtypus. Dabei integrierte er in den meisten Fällen christliche Szenen, wie im folgenden Bild „Christus bei Maria und Martha“. Diese Szenen spielen sich, auffällig verkleinert im Hintergrund des Bildes ab.

"Vanitas-Stilleben" von Pieter Aertsen

Die im Vordergrund versammelten Gegenstände des täglichen Lebens wie Brot, verschiedene Kannen und Krüge, als Hauptmotiv die Rehkeule, ein Blumenstrauß, sorgfältig gefaltete Dokumente und der Geldbeutel bilden dabei ein Vanitas-Stillleben. Das Gemälde ist rechts oben unter dem Fenster auf den 5. Juli 1552 datiert. Eine Inschrift "Maria heeft wtuercoren dat beste deel" (Maria hat das gute Teil erwählt) auf dem Kamin bezieht sich auf die christliche Szene im Hintergrund und zitiert die Bibelstelle nach Lukas 10,42.

"Vanitas" von Gregor Erhart und Hans Holbein d.Ä.

Auch in der Skulptur widmeten sich Künstler der Vanitas-Thematik.
Die Holz-Statuette von Gregor Erhart (1460/70 – 1540), die vermutlich mit Fassmalerei von Hans Holbein d. Ä. (1465 – 1524) versehen wurde, wird um 1500 datiert und zeigt beispielhaft den Umgang mit der Darstellung von Vergänglichkeit in der Skulptur.
Als dreifigurige Gruppe im Regelmaß komponiert, stehen Jugend und Schönheit einerseits und das Alter andererseits einander thematisch gegenüber. Sie werden im Jüngling und in dem Mädchen sowie durch die Gestalt einer Greisin verkörpert, an der sich Vergänglichkeit und Verfall drastisch zeigt. Die Schamhaftigkeit des jungen Paares kontrastiert mit der schamlosen Preisgabe des Hässlichen an der "garstigen Alten“. Mit der moralisierenden Tendenz, dem Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen, geht ein gewisses lustfeindliches Prinzip einher. Noch ist die antikische Unbefangenheit im Verhältnis zum Nackten nicht zurückgewonnen. Emailartiger Schmelz und Oberflächenreichtum der Fassung lassen an eine Bemalung durch Holbein d. Ä. denken.

Die „Allegorie der Vergänglichkeit“ des spanischen Barockmalers Antonio de Pereda y Salgado (1611-1678) wird um 1634 datiert. Ein geflügelter Genius verkörpert die "Vanitas", die Erinnerung an die Vergänglichkeit alles Irdischen.

"Allegorie der Vergänglichkeit" von Antonia de Pereda y Salgado

Vor ihm werden stilllebenartig in barocker Fülle Gegenstände arrangiert, die auf die rasch verrinnende Zeit, die Nichtigkeit der Macht und die Flüchtigkeit der Freuden des Lebens hinweisen. Unter ihnen befinden sich typische Symbole wie Totenschädel, Sanduhr, eine erloschene Kerze, Bücher und Schmuck. Die Tischplatte trägt neben der Sanduhr die Inschrift "nil omne" (alles ist nichtig). Hinweise auf das Haus Habsburg wie der Porträtkameo Karls V. in der linken Hand des Genius lassen einen höfischen Auftrag vermuten.

Das Gemälde des niederländischen Malers Pieter Claesz (1596/97 – 1661) von 1656 zeigt ein „Vanitasstillleben“ mit klassischen Symbolen. Eine etwas verborgenere Version der Vanitas-Attribute finden wir bei der Darstellung von Pieter Gerritsz von Roestraten (1630 – 1700).

"Vanitas-Stilleben" von Pieter Claesz ""Vanitas-Stilleben" von Pieter Gerritsz van Roestraten

Die Gegenstände des Stilllebens wie Pokal, Lorbeerzweig, Taschenuhr und Geige weisen auf Sinnbilder der Macht, des materiellen Besitzes, der Genüsse und des Vergnügens hin. Der Fokus dieses Werkes liegt also darin, zu zeigen, dass alle Schätze der Welt keinen Wert haben, da sie vergänglich sind. Musik, die beispielsweise eine Geige herbringt, verklingt von einem Augenblick zum nächsten, die Uhr symbolisiert das unaufhaltsame Verrinnen der Zeit. Die aufgebrochene Nuss ist indessen ein Symbol für die Passion, Schale und Kern verweisen auf die zwei Naturen Christi. Die menschliche Natur, in dem Fall die Schale zerbrach, um die göttliche Natur, den Kern der Nuss, preiszugeben. Dies ist auch ein Verweis auf Vanitas. Die Schale steht für die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und der Kern für das ewige Seelenheil.

Ebenfalls ein Vanitas-Stillleben aus der niederländischen Malerei des 17 Jahrhundert stellt das nächste Beispiel dar. Die Künstlerin Maria van Oosterwijck (1630 – 1693) zeigt in ihrem Gemälde typische Vanitas-Symbole wie Sanduhr, Blumen, Totenschädel, Musikinstrumente und Münzen.

"Vanitas-Stilleben" von Maria van Oosterwijck

Sie bedient sich aber auch nicht so gebräulichen Attributen wie Schreibfeder und Tintenfass, welche auf die Vergänglichkeit des literarischen Ruhmes hindeuten, den Schmetterling, als Symbol der menschlichen Seele und den Globus, der als Symbol von Eroberungslust an die Kurzlebigkeit menschlicher Machtgefüge erinnert. In der Mitte des Werkes finden wir ein Buch mit der Aufschrift „Rekening - leven om te stervern – sterven om te leven“ (Rechnung – Leben um zu sterben – Sterben um zu leben). In der Flasche im linken Bildrand sieht man in der Spiegelung das Selbstporträt der Künstlerin.

Auch dies verweist auch Vergänglichkeit, da Spiegelungen in Verbindung mit Schönheit, Jugendlichkeit und Eitelkeit stehen und diese flüchtig sind.
Das Werk ist signiert und auf 1668 datiert.

Die Ausführung führt also eine Vielzahl von Motive, Symbolen und Attributen an, die auf eine Vanitas-Thematik hinweisen. Manche davon beziehen sich direkt auf die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, andere verdeutlichen die Vergänglichkeit von Zeit, sinnlichen Genüssen, Ruhm, Macht, Schönheit und somit die Nichtigkeit der weltlichen Werte und die Relevanz einer Hinwendung zu Gott.

Dienstag, 19. Oktober 2010 um 11:51:34 von Kulturpool Redaktion

Hans von Aachen - Hofkünstler in Europa

Ausstellung
Kunsthistorisches Museum Wien
19. Oktober 2010 - 9. Jänner 2011

Hans von Aachen (1552-1615) war ein Maler von europäischer Dimension und behielt bis heute seine internationale Bedeutung. Nach seiner Ausbildung in Köln zog es ihn als Zwanzigjährigen nach Italien, wo er sich in Venedig, Rom und Florenz als Porträtmaler einen Namen machen konnte. Er erhielt Aufträge vom bayerischen Herzog in München sowie von den Fuggern in Augsburg, und wurde 1592 als Kammermaler Kaiser Rudolfs II. an den Prager Hof berufen.

"Bacchus und Ceres und Amor" von Hans von Aachen "Erzherzogin Anna (1585-1618)" von Hans von Aachen

Hans von Aachens Kunst repräsentiert die verfeinerte Hofkultur der Spätrenaissance in ihrer europäischen Vielfalt: In seinen eleganten und sinnlichen Gemälden vereinte er niederländischen Realismus mit venezianischem Kolorit und der Formenkunst des Florentiner und römischen Manierismus. Seine Auftraggeber schätzten die Wahrhaftigkeit seiner Bildniskunst, aber auch die Eleganz seiner Kompositionen aus schön geformten und brillant gemalten Körpern.

Erstmals werden die Werke dieses vielseitigen Künstlers nun in einer monografischen Ausstellung gezeigt, welche sein gesamtes Oeuvre mit den unterschiedlichen Facetten seiner Tätigkeit in Italien, Deutschland und am Prager Hof darstellt. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Suermondt-Ludwig-Museums in Aachen, der Burggalerie in Prag und dem Kunsthistorischen Museum in Wien. Nach Stationen in Aachen und Prag ist die Schau nun im Kunsthistorischen Museum zu sehen, wo sich die größte und beste Sammlung seiner Werke befindet.

Inhalt aus www.khm.at

Montag, 25. Oktober 2010 um 12:20:09 von Kulturpool Redaktion

Giorgione (1477-1510)

Anlass
500. Todestag

Der italienische Renaissance-Maler Giorgio da Castelfranco, gen. Giorgione wurde 1477 in Castelfranco Veneto geboren und starb am 25. Oktober 1510 in Venedig. Gemeinsam mit Tizian lernte Giorgione in der Werkstatt von Giovanni Bellini.

Druckgraphik

Er gilt heute als Vaterfigur der modernen venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts, als Vorbild Tizians und anderer. Bis heute sind nur wenige Werke aus Giorgiones Oeuvre erhalten und auch über sein Leben ist wenig bekannt. Er kombinierte die „sfumato“-Maltechnik Leonardos, die anhand einer Lasurschicht eine durchschimmernde und gebrochene Farbtönung erzeugt mit einer Farbwahl, die an niederländische Malerei denken lässt und erzeugt so seinen eigenen, revolutionären Malstil.

Das „Bildnis einer jungen Frau („Laura“)“ ist ebenso wie Giorgiones andere Arbeiten nicht signiert. Auf der Rückseite des Gemäldes befindet sich allerdings die Beschriftung „1506. adj. primo zugno fo fatto questo da ma de maistro zorzi da chastel fra(nch)cholega de maistro vinzenzo chaena ad istanzia de mis giacmo...“ Durch diese Inschrift kann das Werk gesichert Giorgione zugeschrieben und eine Datierung auf 1506 festgelegt werden. Außerdem wird als Auftraggeber „Meister Giacomo“ angegeben.

"Bildnis einer jungen Frau (“Laura”)" von Giorgione

Das Brustbild zeigt eine junge, halbbekleidete Frau im Halbprofil. Sie öffnet den roten pelzverbrämten Mantel leicht und gibt so den Blick auf ihre rechte halbentblößte Brust frei. Der Lorbeer (lat. laurus), der auch namensgebend für das Gemälde ist, kann als verschlüsselter Hinweis auf den Namen der Portraitierten oder als Attribut der Dichtkunst auggefasst werden. Besonders reizvoll ist der Vorschlag, es handle sich um Laura, die Geliebte des italienischen Dichters Francesco Petrarcas (1304 – 1374). In der Forschung wird die von Petrarca benannte Laura mit Laura de Noves identifiziert. Er traf die verheiratete Frau 1327 und verehrte sie zeitlebens. Als Dichter strebte er nach Ruhm und Lorbeer (lat. laurus) und fand in dieser Frauengestalt eine dauerhafte Quelle seiner dichterischen Inspiration. Möglicherweise nahm Giorgione diese Thematik in sein Gemälde auf und stellte eine Art Wettbewerb der Malerei mit der Poesie dar. Das Gemälde als Huldigung an die weibliche Schönheit.

Ihre halbentblößte Brust sowie der Lorbeer haben allerdings zu weiteren verschiedenen, sogar einander widersprechenden Deutungen Anlass gegeben.
Da Lorbeer in venezianischen Doppelbildnissen von Liebes- oder Ehepaaren auch als Symbol der Treue und Keuschheit galt, wäre als Gegenstück ein Portrait des auf der Rückseite genannten "Giacomo", des Auftraggebers, denkbar.

Das "poetische" Talent Giorgiones hat ihn wohl auch zu malerisch-technischen Neuerungen geführt, vor allem zur atmosphärischen Auflösung der Konturen, dem sfumato und zu gleichsam getränkten leuchtenden Farben.

Das Gemälde „Die drei Philosophen“ wird um 1508/09 datiert und zeigt eine Gruppe von drei Männern, unterschiedlichen Alters und Nationalität, in einer Landschaft.
Der noch heute übliche Titel des Werkes „Die drei Philosophen“ geht auf die Beschreibung des Venezianers Marcanton Michiel zurück, der das Gemälde im Haus des Kunstsammlers Taddeo Contarini sah. Michiel schreibt in seinen Aufzeichnungen: „Das Ölgemälde auf Leinwand mit den drei Philosophen in einer Landschaft, zweien, die aufrecht stehen, und einem, der sitzt und die Sonnenstrahlen betrachtet, mit diesem so wunderbar gemalten Felsen...". Die in dieser 1525 verfassten Notiz als „Philosophen“ identifizierten drei Männer sind laut neuen Forschungsergebnissen Pythagoras (sitzend) und seine beiden Lehrer Pherekydes und Thales, die in der Renaissance als die ersten Philosophen des Abendlandes galten.

"Die drei Philosophen" von Giorgione

Zwei der drei Männer sind mit Attribute ausgestattet. Der Älteste unter ihnen hält eine Steintafel und einen Zirkel in seinen Händen, der jüngste sitzende Mann hantiert mit einem Zirkel, einem Winkellineal und einem weiteren länglichen Gegenstand.
Die Diskussion über den Bildinhalt ist trotz der oben erwähnen Beschreibung bis heute noch aktuell. Die Spekulationen beinhalten verschiedensten Thesen wie beispielsweise, dass es sich beim Inhalt des Gemäldes um die drei Lebensalter handelt, oder aber um die Vertreter dreier philosophischer Richtungen oder mathematischer Schulen oder um die Heiligen Drei Könige.

Neuartig war die hauptsächlich auf Farbwirkungen abzielende Malweise. An die Stelle der geometrisch konstruierten Zentralperspektive setzte er die optische Erfahrung der "Luftperspektive", das sfumato, das räumliche Tiefe durch in der Entfernung verschwimmende Farben und Umrisse suggeriert. Der Blick des Betrachters wird durch zwei Diagonalen, die von links unten nach rechts oben und von links oben nach rechts unten verlaufen, geleitet. Der Schnittpunkt der Diagonalen und somit auch das Hauptaugenmerk liegt auf den Händen des sitzenden Jünglings. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass das Gemälde „Die drei Philosophen“ auf der linken Seite stark beschnitten wurde und somit ursprünglich auch der Mittelpunkt des Werkes ein anderer war. Einen Eindruck vom originalen Werk Giorgiones liefert eine Arbeit des flämischen Malers David Teniers dem Jüngeren (1610 – 1690).

"Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Galerie in Brüssel" von David Teniers d.J. Detail des Gemäldes von David Teniers d.J.

Es zeigt die Gemäldegalerie des Erzherzogs Leopold Wilhelm. In der linken oberen Ecke der Galeriewand befindet sich Giorgiones „Die drei Philosophen“. Deutlich zu sehen ist, dass um 1651, als Teniers Werk entstanden sein dürfte, am linken Bildrand „Der drei Philosophen“ die Höhle noch vollständig zu sehen ist. In späteren Jahrzehnten dürfte das Gemälde der, vor allem im 18. Jahrhundert gebräuchlichen, Ausstellungspraxis einer Beschneidung zum Opfer gefallen sein.

Donnerstag, 28. Oktober 2010 um 12:12:15 von Kulturpool Redaktion

Glyptik

Information
Dieser Blogeintrag ist auch als Smartwork verfügbar!
Smartwork Glyptik

Die Kunst des Steinschneidens wird „Glyptik“ genannt. Seinen Ursprung hat das Wort im altgriechischen „glyphein“, was so viel wie „aushöhlen, „herausschnitzen“ beziehungsweise „in den Stein eingraben“ bedeutet. Bei der plastischen Bearbeitung von Halb- und Ganzedelsteinen, Bergkristallen und ähnlichen Steinsorten mit Hilfe von Schneid- und Schleifgeräten wird zwischen zwei verschiedenen Arten, dem Hochschnitt und dem Tiefschnitt unterschieden. In der Kunstgeschichte bezeichnet man mit dem Oberbegriff „Gemme“ sowohl vertieft, wie auch erhaben gravierte Edelsteine. Im Edelsteinhandel beschreibt der Begriff „Gemme“ allerdings nur tiefgeschnittene Steine.

"Gemma Augustea"

Die „Gemma Augustea“ ist ein erhaben geschnittener zweischichtiger Onyx, die um 9– 12 nach Christus in der kaiserlichen Gemmenwerkstatt in Rom entstanden ist. Der Name „Gemma Augustea“ stammt noch aus der Antike, in der man jeden bearbeiteten Edelstein Gemme nannte. Im heutigen Sinn ist dieses Stück ein Kameo. Dieses Objekt gilt als der bedeutendste antike Kameo, der uns überliefert ist und zeigt die Verherrlichung der Taten des Kaisers Augustus und seines Nachfolgers Tiberius.
Im oberen Register thront Augustus in der Tracht und Pose Jupiters, in den Händen Szepter und Augurenstab. Zur Rechten des Kaisers sitzt Roma, die Schutzherrin der Stadt, die anhand ihrer Attribute Schwert, Lanze, Schild und attischer Helm identifiziert werden kann.

Zwischen den Köpfen der beiden Figuren ist der Steinbock, das Zeugungsgestirn des Augustus, abgebildet zu seinen Füßen der Adler des Jupiter, der die Gottähnlichkeit des Kaisers noch unterstreicht. Auf der rechten Seite befinden sich die allegorische Figuren Oikumene, die bewohnte Erde, Okeanos, die Personifikation des Meeres, sowie Italia mit Füllhorn und zwei Knaben. Neben Roma steht in Offizierstracht der Großneffe des Augustus, Germanicus. Auf der linken Seite steigt Tiberius, der Kronprinz und Stiefsohn des Kaisers, von einem Zweigespann, das von Victoria gelenkt wird. Das zentrale Motiv des unteren Bildsfelds ist die Errichtung eines Tropaion (Siegesmal), auf dessen oberem Ende Helm, Waffenrock und Schild angebracht sind. Vier Personen, zwei in der Tracht höherer Offiziere und zwei mit bloßem Schurz bekleidete Jünglinge, bemühen sich das Siegesmal aufzurichten. Auf dem Boden vor ihnen hockt ein Barbarenpaar. In der rechten Bildhälfte werden zwei weitere Barbaren herbeigeführt. Die Soldaten werden als Gottheiten interpretiert. So deutete man die beiden in Panzer gekleideten Offiziere als Kriegsgötter Mars und Quirinus und die beiden Jünglinge als Castor und Pollux. Ausgehend von der auffälligen Kopfbedeckung des Kriegers in der rechten Bildhälfte, kam die Deutung auf Merkur auf. Die weibliche, mit Speeren ausgestattete Kriegerin wird dementsprechend als Diana verstanden.

Die Darstellung bezieht sich vielleicht auf die Niederwerfung des Dalmateraufstandes. Am 16. Jänner des Jahres 10 n. Chr. zog der Oberbefehlshaber der römischen Truppen, Tiberius, in Rom ein; als Sieger trat er vor den Kaiser. Der Kameo wird erstmals 1246 in einem Inventar des Klosters Saint Sernin in Toulouse erwähnt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelangte er durch Kauf Kaiser Rudolfs II. in habsburgischen Besitz. In Wien wurde sie mit einem schmalen Goldrand neu eingefasst.

Der Oberbegriff „Gemme“ lässt sich, wie vorhin schon angedeutet in „Intaglio“ und „Kamee“ unterteilen, wobei Intaglio vertieft geschnittene und Kamee erhaben geschnittene Steine bezeichnet. Erhaben geschnitten bedeutet, dass der Hintergrund des Bildmotivs weggeschnitten wird, das Motiv ragt also wie ein Relief aus dem übrigen Stein hervor. Vertieft geschnitten bezeichnet genau das gegenteilige Verfahren. Dabei wird das Motiv in den Stein eingeschnitten. Folgend sehen Sie anhand von zwei Beispielen die Unterschiede der Steinschneidetechnik.

"Ankunft des Odysseus bei den Phäaken"
Ein Beispiel für ein Tiefschnitt liefert der Intaglio "Ankunft des Odysseus bei den Phäaken". Das Motiv ist in einen Achat eingeschnitten und zeigt Odysseus. Dieser strandet bei einem Seefahrervolk der griechischen Mythologie, den Phäaken, nachdem er Schiffbruch erlitten hatte und kommt, nur mit einem schmalen Schal bekleidet, unter einem mit Gras und kleinen Strauchwerk bewachsenem Fels hervor. Er stützt sich auf einen Baumstamm mit kurzen kahlen Ästen und hebt die Rechte mit erhobenem Zeigefinger. Dargestellt ist der Augenblick, in dem Odysseus Nausikaa, die Tochter des phäakischen Königs anspricht. Dieses Intaglio stammt aus der Neuzeit und wird zwischen 1550 und 1650 datiert.

"Kamee: Borso d´ Este - Herzog von Ferrara und Modena "
Im Vergleich dazu sehen Sie einen Hochschnitt, in dem das Motiv reliefartig herausgearbeitet wurde. Der Kameo stammt aus dem 3. Viertel des 15. Jahrhundert und zeigt Borso d’Este, den Herzog von Modena und Ferrara. Kameen hatten im Vergleich zu Intaglios oft auch einen repräsentativen Charakter.

Die Kunst des Steinschnitts entstand im 5. bis 4. Jahrtausend vor Christi in Form von Steinritzungen.
Der Verwendungszweck von Gemmen reichte von Siegelsteinen über Schmuckstücke wie Ringe, Broschen und Ohrringe bis hin zu Steinschnitte, die nicht gefasst wurden und als Sammelobjekte dienten. Für ihre Besitzer waren sie aus „magischer“ Sicht wertvoll, da sie Glück bringen sollten beziehungsweise eine apotropäische Wirkung hatten, also Unheil abwehrten.