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Montag, 23. August 2010



Donnerstag, 5. August 2010


Donnerstag, 5. August 2010 um 13:49:49 von Kulturpool Redaktion

Joseph Haydn

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Smartwork Joseph Haydn

Franz Joseph Haydn (1732-1809), auch Joseph Haydn, er selbst benutzte nie den Vornamen Franz, war ein österreichischer Komponist und führender Vertreter der Wiener Klassik.
Er wurde am 31. März 1732, als zweites von zwölf Kindern, im niederösterreichischen Ort Rohrau geboren. Die ersten musikalischen Eindrücke empfing der kleine Haydn vom volkstümlichen, häuslichen Musizieren seines Vaters Mathias, "ein von Natur aus großer Liebhaber der Musik". Bereits im fünften Lebensjahr wurde Joseph Haydn nach Hainburg zu einem entfernten Verwandten namens Johann Mathias Franck, Lehrer und Chorregent, gebracht, der dem Knaben ersten musikalischen Unterricht erteilte.

Den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Joseph Haydn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden Familie Esterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete.
Joseph Haydn war 29 Jahre alt, als er am 1. Mai 1761 von Fürst Paul Anton Esterházy in Eisenstadt als Vizekapellmeister angestellt wurde. Die Esterházys gehörten in jener Zeit zu den reichsten und einflussreichsten ungarischen Adelsfamilien im Habsburgerreich; die Förderung von Kunst und Musik war ihnen ein zentrales Anliegen. Insbesondere der regierende Fürst Paul Anton war ein großer Musikliebhaber.
Haydn war für alle musikalischen Bereiche des Hofes mit Ausnahme der Kirchenmusik verantwortlich. Außerdem hatte er mit der rund 20 Mitglieder umfassenden Hofkapelle ein erstklassiges Orchester zur Verfügung, in dem hochkarätige Musiker wie der Konzertmeister und Geigenvirtuose Luigi Tomasini und der Cellist Joseph Franz Weigl ihren Dienst taten.

"Joseph Haydn Wachsbüste" von Franz Christian Thaler

Über diese Zeit berichtete er rückblickend seinem Biografen Georg August Griesinger: »Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten sehr zufrieden, ich erhielt Beyfall, ich konnte als Chef eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt, und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen; ich war von der Welt abgesondert, Niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so mußte ich original werden.«

Eine Wachsbüste von Franz Christian Thaler (1759-1817), stellt Joseph Haydns Äußeres besser dar als jedes Gemälde. In unglaublicher Präzision ist jedes Detail der Hautstruktur nachgebildet. Die Perücke aus Menschenhaar rundet zusammen mit Rock, Weste und Halstuch das Erscheinungsbild ab.
Joseph Haydn stand um 1800, dem Zeitpunkt der Entstehung der Wachsbüste, auf dem Höhepunkt seines schöpferischen Lebensweges.

Zu Beginn des Jahres 1797 komponierte Joseph Haydn mit "Gott erhalte Franz den Kaiser" eines seiner berühmtesten Stücke, das knapp 150 Jahre die österreichische Volkshymne war. Der Geburtstag des Kaisers Franz II. (1768-1835) sollte der Anlass sein, das Lied erstmals vorzustellen. Am 12. Februar 1797 erklang diese volksliedartige einfache, klassisch schöne Melodie vor dem anwesenden Kaiserpaar im Wiener Burgtheater. Die neue Hymne war als Gegenstück zur "Marseillaise", der Nationalhymne der französischen Republik, gedacht und sollte als "Volckslied" Ausdruck einer neuen patriotischen Begeisterung werden.
Die Hymne war dem jeweils amtierenden Kaiser gewidmet und somit änderte sich der Text bei jedem Thronwechsel, während Haydns Melodie beibehalten wurde.
Der Text zur ersten Version der Kaiserhymne für Franz II. stammte von dem österreichischen Lyriker Lorenz Leopold Haschka(1749-1827).
Von 1854 bis 1918 galt der Text von Johann Gabriel Seidl (1804-1875). Nach 1918 verwendete die Republik Österreich zunächst anstelle einer offiziellen Hymne die sogenannte "Renner-Kienzl-Hymne", die sich jedoch nicht wirklich durchsetzen konnte. 1929 wurde in neuer Textierung wiederum die Haydn-Hymne eingeführt. Nach 1945 wurde - nicht zuletzt wegen des nunmehrigen Gebrauchs der Haydn-Melodie als deutsche Nationalhymne - in Österreich nicht mehr auf dieses Musikstück zurückgegriffen.
Die Einspielung der Österreichischen Mediathek ist insofern selten, als die Hymne gesungen wird und noch aus der Zeit vor 1918 stammt. Leider liegt nur die Hälfte der 1. Strophe vor: "Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land! Mächtig durch des Glaubens Stütze Führt er uns mit weiser Hand!"

Montag, 23. August 2010 um 14:08:03 von Kulturpool Redaktion

Interieur-Malerei

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Smartwork Interieur-Malerei

Die Darstellungen von Innenräumen in Gemälden und Grafiken werden in der Kunstgeschichte als „Interieur“ bezeichnet. Seit dem 15. Jahrhundert beschäftigt sich die europäische Malerei mit der Darstellung der Innenansicht eines Raumes.

"Hieronymus im Gehäus" von Albrecht Dürer

Ein Kupferstich von Albrecht Dürer zeigt eindrucksvoll die Darstellung "Hieronymus im Gehäus". Die 1514 datierte Grafik zeigt den Gelehrten in einer Stube an einem Tisch mit Schreibpult sitzend. Es kann vermutet werden, dass die Darstellung zeigt wie Hieronymus die "Vulgata", den lateinischen Bibeltext, verfasst.
Der Innenraum ist einerseits sehr realistisch und lebensnahe wiedergegeben, wird jedoch durch die Zugabe von symbolischen Attributen, wie dem Kardinalshut, einer Sanduhr, des Totenschädels und eines zahmen Löwen im Vordergrund, zum Umfeld des Heiligen. Der Tisch, an dem Hieronymus sitzt, ist ein für die Renaissance typischer Wangentisch, der sich durch das Fußgestellt auszeichnet. Das Gestell setzt sich aus zwei an der Schmalseite der Tischplatte angeordneten senkrechten Stützen zusammen, die bodenseitig durch einen parallel zur Tischplatte verlaufenden Steg miteinander verbunden sind.
Die unglaubliche Detailtreue und feine Ausarbeitung sind äußerst bemerkenswert. Das Bild ist voll von kleinen Gegenständen, die den Blick des Betrachters einfangen und typisch für die nordische Renaissance und für Dürer sind.

Im 17. Jahrhundert erreichte die Interieur-Malerei ihren Höhepunkt. Vor allem in Mittel- und Nordeuropa, besonders in den Niederlanden, war die Darstellungen von Innenräumen weit verbreitet und beliebter als südlich der Alpen, wo man das Innere der Häuser vor Fremden abzuschirmen bemüht war. Es entwickelte sich eine selbständige Bildgattung, besonders die niederländischen Maler machten das bürgerliche Interieur zum Gegenstand ihrer Kunst.
Zwei Vertreter der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, die sich mit der Darstellung von Innenansichten beschäftigten, sind Pieter de Hooch (1629-1684) und Jan Vermeer (1632-1675).

"Frau mit Kind und Dienstmagd" von Pieter de Hooch "Die Malkunst" von Johannes Vermeer van Delft

Beide Künstler lebten Anfang der 1650er bis Anfang der 1660er in Delft, waren dort Mitglieder der St. Lukas-Gilde und befassten sich in ihrem Oeuvre überwiegend mit Genremalerei. De Hooch wurde von Kunsthistorikern des 19. Jahrhunderts eine prägende Rolle für die Malerei Jan Vermeers zugewiesen, da de Hoochs Stil in der Genremalerei Vermeers ausgemacht und als verfeinert erkannt wurde. Mittlerweile wird jedoch das Gegenteil angenommen. Jedenfalls kann eine thematische sowie stilistische Ähnlichkeit der beiden Künstler nachgewiesen werden.
Die hier im Vergleich gezeigten Gemälde, sind in einem zeitlichen Abstand von drei Jahren entstanden und zeigen beide Szenen in Innenräumen holländischer Bürgerhäuser. Auffällig ist in beiden Werken der Umgang mit Licht und die realitätsgetreue Behandlung von Perspektive. Insbesondere geometrisch konstruierte Raumelemente, wie der Boden oder die Holzbalkendecke erzeugen anhand von perspektivischer Exaktheit Räumlichkeit.
Für die Genremalerei typisch werden die Figuren in alltäglichen Situationen dargestellt und auch die Gegenstände, die sie umgeben, sind im 17. Jahrhundert gebräuchlich.

Ebenfalls mit Interieur-Malerei beschäftigte sich der niederländische Maler Pieter Jansz Saenredam (1597-1665) dessen künstlerischer Schwerpunkt in der Architekturmalerei lag. Saenredam konzentrierte sich jedoch nicht auf den privaten Wohnraum, sondern widmete sich vor allem den Kircheninnenräumen der nördlichen Niederlanden.

"Innenansicht der Laurenziuskirche (Groote Kerk) in Alkmaar" von Pieter Jansz Saenredam

Saenredam war einer der erste Maler, der sich auf die exakte und realitätsgetreue Wiedergabe von existierenden Gebäuden spezialisierte. Seine Leidenschaft gilt nicht der Darstellung von Menschen, sondern dessen technischen Leistungen. Wenn er Personen in seine Gemälde mit aufnimmt, dann nur um die räumliche Dominanz der Architektur zu unterstreichen. Seine Spezialisierung auf Kirchen hatte nur wenig mit der Beschäftigung mit Religion zu tun, sondern viel mehr mit der neu entdeckten Faszination an der Verwendung von Perspektive.

Im 18. und 19. Jahrhundert griffen auch französische, englische und deutsche Künstler das Thema Interieur auf. So beispielsweise Daniel Chodowiecki (1726-1801), der populärste deutsche Kupferstecher, Grafiker und Illustrator des 18. Jahrhunderts. Chodowiecki zeigt in folgender Radierung von 1771 das "Cabinet d´un peintre" und bietet dem Betrachter somit einen Einblick in die privaten Räume des Künstlers und seiner Familie.

Ausstellungsplakat "Bürgerliches Leben" von Daniel Chodowiecki "Der Skapulieraltar in der Stiftskirche St. Peter in Salzburg - mit Durchblick in das südliche Seitenschiff" von Adolf Menzel

Während die meisten Künstler Innenraum in Genredarstellungen behandelten stellten andere, wie beispielsweise der deutsche Maler Adolph Friedrich Erdmann von Menzel (1815-1905), historisierenden Darstellungen, aber auch den menschenleeren Raum ins Zentrum ihres künstlerischen Umgangs mit Interieur. Ebenfalls beispielhaft für "reine" Interieur-Darstellungen sind Rudolf von Alts "Interieur im Palais Harrach auf der Freyung in Wien" von 1844 und "Der Blaue Salon in der Wiener Hofburg" von 1873.

"Interieur im Palais Harrach auf der Freyung in Wien" von Rudolf von Alt "Der Blaue Salon in der Wiener Hofburg" von Rudolf von Alt

Im Impressionismus und Neoimpressionismus diente das Interieur als Ort der Geborgenheit. Sie lassen den Betrachter gleichsam in die private Intimsphäre eintreten.

Wie in der vorangegangenen Ausführung ersichtlich wurde, haben die Kunstwerke verschiedenste Arten von Innenräumen zum Inhalt. Sowohl private Wohnräume, Palais oder öffentliche Gebäude, wie Kirchen, Klöster, Museen oder Bibliotheken, aber auch das Innere eines Industriegebäudes können Thema eines Interieurs sein. Das Bild eines Innenraumes verbindet oftmals die Heiligenlegende mit einer profanen Werkstatt, das sichtlich Erfundene mit der peniblen Dokumentation oder ein Portrait mit einem Stillleben. Es kann mit ausgeklügelter Symbolik aus der Vielfalt der im Haus zur Verfügung stehenden Gegenstände Geschichten erzählen oder die Dinge als Mittel der künstlerischen Konstruktion als Farbe und Form ins Bild setzten.
Die Darstellungen sind somit einerseits, je nach Ausführung Zeitdokument, autonomes Kunstwerk oder ein Mittel zur Hintergrundgestaltung.