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Freitag, 11. Juni 2010



Montag, 7. Juni 2010


Montag, 7. Juni 2010 um 15:18:00 von Kulturpool Redaktion

Clemens Holzmeister

Information
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Smartwork Clemens Holzmeister

Der Österreichische Architekt Clemens Holzmeister war in Österreich, Deutschland, der Türkei und Brasilien tätig.
Er kam am 27. März 1886 in Fulpmes als Tiroler mit brasilianischer Staatsbürgerschaft zu Welt und besuchte in Innsbruck die Realschule. Nachdem ein Freund ihn für die Baukunst begeisterte, ging Clemens Holzmeister nach Wien an die Technische Hochschule. Nach Beendigung seines Studiums als Doktor der technischen Wissenschaften wurde er 1919 an die Staatsgewerbeschule nach Innsbruck gerufen. Seinen Durchbruch als Architekt schaffte Holzmeister mit dem nach seinen Entwürfen errichteten Krematoriums des Wiener Zentralfriedhofes, der Feuerhalle Simmering.

Krematorium I - Vogelperspektive Kremtorium II - Rückansicht Krematorium II - Kreuz

Nach dessen Fertigstellung 1924 wurde er zur Professur an die Wiener Akademie der bildenden Künste berufen, die er bis 1938 innehatte. 1927 wurde Holzmeister nach Ankara berufen, wo er maßgeblich das Stadtbild mit seinen Bauten prägte. Durch die Vermittlung von Mehmet Hamdi Bey, dem 1. Gesandten der Türkischen Republik in Österreich, bekam Holzmeister den Auftrag das Kriegsministerium und die Generalstagsgebäude in Ankara zu erbauen. Diesem ersten Auftrag folgten ab 1929 das Arbeitsministerium sowie eine Militärschule und ein Offizierskasino in Sıhhiye. So wurde Holzmeister unter Atatürk Stadtplaner für Ankara. In den Jahren 1928-1933 war Holzmeister Leiter eines Meisterateliers an der Düsseldorfer Kunstakademie. Von 1932 bis 1938 war er Präsident der Zentralvereinigung der Architekten und des Neuen Österreichischen Werkbundes.
1938 emigrierte Holzmeister nach Istanbul in die Türkei und lehrte dort an der Technischen Hochschule von 1940 bis 1949.
1947 übersiedelte Clemens Holzmeister nach Ankara und begann zwischen Wien und Ankara zu pendeln, bis er 1954 endgültig nach Wien zurückkehrte. Von 1955 bis 1957 war er Rektor an der Akademie der bildenden Künste, 1953 wurde er mit dem Großen österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, 1957 kam noch das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst hinzu. 1963 wurde er Ehrendoktor der Technischen Hochschule in Istanbul.

Neben dem Krematorium (1821-1924) schuf Holzmeister in Wien unter anderen zwei Häusern in der Werkbundsiedlung (1932), die Pfarre Krim in Döbling (1931/32) und das Funkhaus in der Argentinierstraße (1935-1939). Die wichtigsten Bauten, die Holzmeister in Salzburg schuf, sind das hiesige kleine Festspielhaus (1926) und zwischen 1955 und 1960 des Große Festspielhaus sowie sein Eigenheim in Nonntal.
Die Albertina stellt 60 Entwürfe und Pläne des Eigenheims des Architekten Holzmeister im Kulturpool bereit.

Salzburg - Haus Clemens Holzmeister - perspektivische Ansicht Salzburg - Haus Clemens Holzmeister - West- und Südansicht

In seinem gesamten Oeuvre nahmen die Sakralbauten einen Schwerpunkt ein.

Freitag, 11. Juni 2010 um 14:18:34 von Kulturpool Redaktion

Heinrich Kuehn - Die vollkommene Fotografie

Ausstellung
Albertina
11. Juni - 29. August 2010

Die Albertina zeigt vom 11. Juni bis 29. August 2010 die Ausstellung "Heinrich Kühn. Die vollkommene Fotografie", die bisher umfassendste Personale des Künstlers weltweit.

1907-1913 schuf Heinrich Kühn Farbbilder im Autochromverfahren, die vor allem dem impressionistischen Traum des Festhaltens atmosphärischer Stimmungen gewidmet waren, in ihrer unkonventionellen Komposition aber bereits fotografische Innovationen der nächsten Generation vorwegnehmen.

Zwischen Formauflösung des Postimpressionismus und Flächenkunst des Wiener Jugendstils hat Heinrich Kühn ein einzigartiges fotografisches Werk geschaffen, das selbst Fachleuten in seiner Breite bisher unbekannt geblieben ist.

Fotografie von Heinrich Kühn

Kühn brachte in seinen Fotografien alles Widersprüchliche durch die künstlerische Form in Harmonie. Diese Fokussierung des fotografischen Kunstwollens auf formale Möglichkeiten hin führte Kühn von der Stimmungskunst an die Grenzen des Gegenständlichen und Narrativen.

Seine Werke wurden zwischen 1895 und 1915 in zahllosen Ausstellungen gezeigt und in allen wichtigen Kunstzeitschriften publiziert. Einige Jahre lang hatten seine Arbeiten weitreichenden Einfluss auf eine internationale Schar von Gleichgesinnten, seit 1910 allerdings ließ das Interesse an seiner Arbeit nach, bedingt sowohl durch den eigene Rückzug aus dem öffentlichen Geschehen als auch durch veränderte Bestrebungen in der internationalen Fotografie.

Das modernistische Potenzial dieser Kunst wurde weder zu Lebzeiten des Künstlers und noch viel weniger danach erkannt, da die Verfremdung der fotografischen Oberfläche, in der Kühn Außergewöhnliches leistete, das Verschwinden aller Konturen und Details im technisch hergestellten Bild, von der Medientheorie lange als Defizit angesehen wurde.

Kühn wurde 1866 in Dresden geboren und lebte ab 1888 in Innsbruck. Um 1900 prägte das Landschaftsmotiv die Fotografie Kühns. Portrait-Aufnahmen, privat sowie kommerziell gewannen an Bedeutung. Doch bald stellten die Figurenstudien seiner vier Kinder und dem Kindermädchen Mary Warner die wichtigsten Motive seiner Fotografie dar. Rund 15 Jahre nach dem Tod seiner Frau Emma und dem Verlust seines geerbten Vermögens (aufgrund von Fehlinvestitionen seines Schwagers), führt er mit seinen Kindern und Mary Warner ein zurückgezogenes Leben auf dem Land. Nun widmete er sich vornehmlich dem Stillleben, dem Akt und dem ländlichen Genre, bis er sich 1937 aus dem offiziellen Arbeitsleben zurückzog. 1944 verstarb Kühn im Alter von 78 Jahren.

Die Albertina-Kuratorinnen Dr. Monika Faber und Dr. Astrid Mahler konzipierten diese Ausstellung mit rund 150 Werken, davon einige wichtige Werkgruppen aus den Beständen der Albertina. Durch ihre langjährige Forschungsarbeit kann das Werk Kühns nun zum ersten Mal in einen breiten Kontext gestellt werden. Im Anschluss wird die Ausstellung im Musée d'Orsay in Paris und im Museum of Fine Arts in Houston/Texas zu sehen sein.

Das fotografische Bild als Möglichkeit, eine künstlerische Vision ebenso präzise und kreativ zu realisieren wie in Malerei oder Zeichnung: Das war das lebenslange Ziel Heinrich Kühns, einer zentralen Gründergestalt der internationalen Kunstfotografie um 1900. Durch ihn und seine Freunde wurde das stilisierte Lichtbild ebenso Teil des von den Sezessionisten angestrebten Gesamtkunstwerks wie Raumkunst, Kleidung oder Gebrauchsgrafik.

Wichtigstes Instrument dafür war der von Kühn zur Perfektion entwickelte sogenannte "Gummidruck", mit dem man aus einem fotografischen Negativ einen Druck erzeugen konnte, der durch die völlig freie Wahl von Papier und Pigment eher einer Kohlezeichnung oder Radierung glich als einer konventionellen Fotografie. Damit ließen sich die Helligkeitskontraste gezielt Kühns Bildvorstellungen anpassen und die als „unkünstlerisch" abgelehnte Bildschärfe nach Belieben auflösen. Gegen 1910 reduzierte Kühn den romantischen Kosmos des "Piktorialismus" auf wenige Themen, bis fast abstrakte Kompositionen von zeitloser Ausgewogenheit entstanden.

Inhalt aus albertina.at