Neuerscheinung:

Eckhard Jäger, Robert Geissler (1819-1893). Ein Zeichner von 2000 Veduten. Biographie und Oeuvrekatalog. Verlag Rockstuhl (Bad Langensalza/Thüringen 2021). 192 S., zahlr. Ill.

Der Autor, ein arrivierter Kartografiehistoriker und Vedutenforscher, befasst sich in diesem Buch mit einem primär im mittel- und norddeutschen Bereich tätigen Künstler, Verleger und Schriftsteller: dem 1819 in Göttingen geborenen und 1893 nahe derselben Stadt verstorbenen Robert Geissler.

Geissler hinterließ ein respektables Oeuvre, und dem Autor gelang es, Geisslers Gesamtwerk erstmals zu erfassen, seine Biografie nachzuzeichnen und die 50 erhaltenen, autografen Briefe zu ermitteln, welche hier teils ediert, teils in Regestenform mitgeteilt werden. Auch die reiche Bebilderung dieses Bandes wird künftige Forschungen stimulieren können.

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Ralph Andraschek-Holzer, Klosterbilder und Schlossbilder aus Niederösterreich: eine Parallelgeschichte. St. Pölten 2020

Anhand von 150 ausgewählten Ansichten aus Niederösterreich wird hier eine “Doppelbiografie” von Kloster- bzw. Schlossansichten vorgelegt. Das Bildmaterial wurde der Topographischen Sammlung der NÖ Landesbibliothek entnommen; es umfasst eine Fülle künstlerischer Techniken und Darstellungsweisen.

Das im Verlag des NÖ Instituts für Landeskunde erschienene Büchlein gliedert sich in einen systematischen Teil, der sich mit Bildfunktionen und -motiven, Aspekten der Kontinuität sowie der Abgrenzung von anderen Genres beschäftigt. Der chronologisch gegliederte Hauptteil stellt das Material von den Anfängen im späten 15. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre vor.

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Mosaiksteine 2,  Hg. Verein zur Erforschung der Mostviertler Geschichte (VEMOG), Rd. Eva Zankl, Waidhofen 2019.

Das Mostviertel bietet Stoff für viele Themen und Geschichten, die der Verein VEMOG einem breiten Publikum zur Verfügung stellen möchte. Mit „Mosaiksteine 2“ dokumentieren die Autorinnen und Autoren mit ihren Beiträgen das Wissen über unsere Region vom Mittelalter bis zur Zeit des Kalten Krieges und vom südlichen Ybbstal bis zur Donau. Entstanden ist dabei wieder ein reich bebilderter Band voller interessanter Beiträge, der die vielen Facetten der Region Mostviertel näher bringen will.

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Edgar Niemeczek/Gerhard Proksch (Redd.), Vom Leben in der Region – Wiener Neustadt, Wiener Neustädter Kanal, Bucklige Welt, Wechselland, Schneeberg, Hohe Wand, Semmering, Rax. St. Pölten 2019

Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine populär orientierte Sammlung von Aufsätzen und Essays, welche durch die NÖ Landesausstellung 2019 inspiriert wurde. Verantwortlich für diese Publikation zeichnet die Kultur.Region.Niederösterreich GmbH; den Titel „Vom Leben in der Region“ trug bereits ein 2017 erschienener, das südliche Waldviertel thematisierender Band von vergleichbarer Ausrichtung.

Dieser attraktiv aufgemachte, mit zahlreichen Illustrationen geschmückte Band erhebt nicht den Anspruch, eine im engeren Sinn wissenschaftliche Aufsatzsammlung zu sein; so überrascht es auch nicht, dass historische Ansichten oft nur als Hintergrundfolien existieren.

Dennoch wird auch ihnen ein nicht geringer Stellenwert eingeräumt, etwa im Aufsatz von Ralph Andraschek-Holzer, welcher sich mit der Wiedergabe von Klosterbauten in historischen Neustadt--Ansichten befasst. Auch der Beitrag von Stefan Kurz über die Geschichte der Wiener Neustädter Burg hält teilweise nur selten publiziertes Ansichtenmaterial, etwa zu den Tätigkeiten von Kadetten vor der Akademie-Kulisse, bereit.

Sabine Schmitners Essay über Wiener Neustadts Industrie macht deutlich, welche Materialien für Forschungen zu Fabriksansichten vorhanden und wie viele Initiativen zur Aufarbeitung erforderlich wären. Den Bereich der Wallfahrtsbilder wiederum erschließt Helga Maria Wolf, deren Text über „Pilgerreise auf den Mariahilfberg“ (bei Gutenstein) auf ein weiteres Desiderat hinweist.

Die Ansichtenforschung hat somit noch einige Felder vor sich, deren Bearbeitung äußerst lohnend wäre; sie darf also ruhig auch auf populär ausgerichtete Publikationen zurückgreifen, wenn es im Vorfeld einschlägiger Forschungen darum geht, sich das Material erst einmal zu „ersammeln“.

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Peter Aichinger-Rosenberger [u.a.] (Redd.), Kasematten und St. Peter an der Sperr. Schutz und Glaube für Wiener Neustadt. St. Pölten 2019 (=Menschen und Denkmale)

Diese Publikation speist sich aus verschiedenen Quellen; deren wichtigste waren im Vorfeld der NÖ Landesausstellung 2019 angestellte bauhistorische Forschungen: Diese betrafen einerseits die österreichweit einzigartigen Kasematten aus der Renaissance-Epoche, andererseits das ehemalige Dominikanerinnenkloster St. Peter an der Sperr aus dem 13. Jahrhundert.

Jene Bauwerke wurden nicht zufällig ausgewählt, sondern waren als Austragungsorte der erwähnten Landesausstellung auserkoren. Aus Sicht der Ansichtenforschung ist vorliegender Band, eine hochspezialisierte Aufsatzsammlung, schon allein aufgrund der Berücksichtigung historischen Bildmaterials von Interesse.

Dies wird besonders am groß angelegten Studie von Peter Aichinger-Rosenberger, Günther Buchinger und Doris Schön deutlich: Der Beitrag befasst sich mit den ehemaligen Klosterkirchen der Dominikaner, Minoriten und Pauliner – Stichwort „Klosterstadt Wiener Neustadt“ – und macht erstmals bis dato kaum ausgewertetes Ansichtenmaterial der Forschung zugänglich.

Ähnliches gilt für Renate Kohn, die in ihrem Beitrag „Wiener Neustadt als Kaiserresidenz“ eine Vielzahl teils wenig bekannter, in anderen Zusammenhängen publizierter Ansichten zu berücksichtigen versteht (und auch manches andere Material parat hält).

Eine vergleichende Würdigung des 1649 veröffentlichten Merian-Stichs von Wiener Neustadt unternimmt Ralph Andraschek-Holzer; in seinem Aufsatz geht es um die Art, wie die Stadtbefestigung zur Darstellung gelangt bzw. wie überhaupt einschlägige Bauwerke in Ansichten zu interpretieren sind.

Das sind nur einige der vielen in besagtem Band versammelten Texte. Vor allem die Beiträge bauhistorischer Provenienz legen Zeugnis ab von der Souveränität, mit welcher Ortsansichten für bestimmte Fragestellungen fruchtbar gemacht werden können.

Verantwortlich für diese Publikation zeichnet die Abteilung Kunst und Kultur beim Amt der NÖ Landesregierung; innerhalb der Reihe „Menschen und Denkmale“ handelt es sich bereits um den dritten Titel, welcher sich – wie seine Vorgänger – der Erforschung bestimmter, im Rahmen von Landesausstellungen zugänglich gemachter Bauwerke widmet.

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Ralph Andraschek-Holzer, Wiener Neustadt in alten Ansichten. Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek [...]. St. Pölten 2019 (=Sonder- und Wechselausstellungen der Niederösterreichischen Landesbibliothek 44)

Im Frühjahr 2019 zeigte die NÖ Landesbibliothek eine Ausstellung zur historischen Bildüberlieferung Wiener Neustadts. Zu diesem Zweck wurden aus dem reichen Fundus der Topographischen Sammlung achtzig Ansichten aus der Zeit vom mittleren 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert ausgewählt.

Die kleine Ausstellung lebt in einem Katalog weiter, der eine ausführliche Einführung in die Thematik, sämtliche Katalogisate der Ansichten und die verbindenden Texte, mit deren Hilfe die Vergleichsreihen erläutert und die betreffenden Ansichten in einen größeren Überlieferungszusammenhang eingeordnet werden, enthält.

Er gliedert sich in:

-       Gesamtansichten im Lauf der Zeit

-       Sakralbauten

-       Burg

-       Tore, Türme, Wegzeichen

-       Plätze, Straßen, Höfe

Hier gibt es einiges zu entdecken, was auf der einzigartigen historischen Topografie Wiener Neustadts beruht: einer Stadt, die einen bemerkenswerten Wandel von der Residenz- zur Industriestadt durchlebt hat und deren Kern von einer Fülle historischer Bauten geprägt ist.

Auf der Homepage der NÖ Landesbibliothek ist der Katalog mit sämtlichen Abbildungen online abrufbar:

http://www.noe.gv.at/noe/Landesbibliothek/Ausstellung_WrNeustadt2019Katalog.pdf

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Ralph Andraschek-Holzer, Niederösterreichische Burgen im Aquarell: Adolf Blamauer und Ferdinand Dorner. St. Pölten 2018

Die Topographische Sammlung der NÖ Landesbibliothek besitzt zahlreiche Aquarelle von Adolf Albin Blamauer (1847-1923) und Ferdinand Dorner (1925-93). Diese vielseitigen Künstler beschäftigten sich intensiv mit Niederösterreichs Burgen und Schlössern; nahe lag daher ein Vergleich beider Persönlichkeiten anhand heimischer Wehrbauten.

Von Blamauers aus der Zeit zwischen 1906 und 1913 stammenden Bildern wurden 34 Blätter zu 22 Burgen und Schlössern ausgewählt und 62 aus den Jahren 1961-80 datierenden Dorner-Aquarellen zu denselben Adelssitzen gegenübergestellt. Der Vergleich ergibt Übereinstimmungen mit vorhandenen Abbildungstraditionen, aber auch markante Abweichungen von diesen.

Das zur gleichnamigen, 2018 in der NÖ Landesbibliothek gezeigten Ausstellung konzipierte Katalogbuch fungiert als Bilderreise zu niederösterreichischen Wehrbauten, aber auch als Einführung in die Geschichte des Wahrnehmens solcher Objekte: Entsprechende Anregungen liefern ausgewählte, in „Versuchsreihen“ zusammengefasste Vergleichsbilder.

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Fritz Moosleitner, Albrecht Altdorfer in Salzburg. Salzburger Landschaft und Architektur in den Werken des Regensburger Malers. Salzburg 2017 (=Jahresschrift des Salzburg Museum 59).

Der ca. 1480 geborene und 1538 verstorbene Künstler und Architekt Albrecht Altdorfer hat in etlichen seiner Werke Reflexe Salzburger Landschaft einfließen lassen. Dies ist eine Entdeckung, die bereits von Nora Watteck (1901-93), einer Heimatforscherin und Schriftstellerin, gemacht und von Albin Rohrmoser (1936-94), vormals Direktor des einstigen Salzburger Museums Carolino Augusteum, weiter verfolgt wurde.

Von diesem angeregt, begab sich der Autor dieser Publikation, der Archäologe Fritz Moosleitner, auf eine Spurensuche, die über jene Vorarbeiten hinausgehen und weitere Altdorfer-Werke namhaft machen sollte, in welchen Salzburger „Topographica“ verarbeitet wurden. Als Ergebnis liegt eine bemerkenswerte Monografie vor, in welcher mit quellenkritischen oder schlicht autopsierenden Mitteln gezeigt wird, wie bzw. welche Salzburger Örtlichkeiten den berühmten Maler inspiriert haben.

Ob es sich um „Das letzte Abendmahl“ aus dem Altar der Regensburger Minoritenkirche handelt, in welchem Pfarrhof und Chor der Halleiner Pfarrkirche als Hintergrundfolie zu sehen sind, oder ob die radierte „Landschaft mit Fichte und Weiden“ mit der Darstellung des einst auf dem Kapuzinerberg situierten „Trompeterschlössls“ zur Untersuchung kommt: In jedem Fall erlebt man eine Recherche-Arbeit mit, die in vieler Hinsicht, weit über Salzburger Interessen hinaus, Interesse beanspruchen darf.

So lässt sich am Beispiel dieses prominenten Künstlers zeigen, wie mächtig in den Jahren um 1500 die Tendenzen hin zur Einbeziehung – wenngleich noch kaum Thematisierung – reell existierender Örtlichkeiten gewesen sind. Ferner wirft dieses Buch in bestimmten Fällen auch grelles Licht auf das für damaliges Kunstschaffen so bedeutenden Kräftedreieck Mensch-Natur-Architektur, innerhalb dessen es seitens des Künstlers oft sorgfältig auszutarieren galt.

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Robert Pap, UNESCO-Kulturerbe Semmeringbahn. Die erste Hochgebirgs-Eisenbahn der Welt (Berndorf 2017).

Vorliegende Neuerscheinung basiert auf des Autors 2003 erschienenem Band „Weltkulturerbe Semmeringbahn“, beinhaltet jedoch weit mehr als eine Geschichte der Semmeringbahn. In Wahrheit präsentiert sie sich als Verkehrsgeschichte der gesamten Region, welche frühere Epochen bis zurück zum Mittelalter einbezieht und durch Berücksichtigung der seit 1879 veranstalteten Jubiläumsfeiern auch einen Beitrag zur "Rezeptionsgeschichte" der Semmeringbahn leistet.

Neben den fundierten Texten ist vor allem die reiche Bebilderung erwähnenwert, welche vielfach mit Topographischen Ansichten arbeitet und vor Augen führt, wie qualitätvoll die Einbeziehung von Ansichtenmaterial auch in regionalhistorischer Forschung vor sich gehen kann. So wurde bereits im Vorfeld sorgfältig und in diversen Sammlungen recherchiert, bis dato kaum verwendetes Bildmaterial eruiert und im Buch ausführlich kommentiert. Genau genommen, könnten die Illustrationen fast für sich konsumiert werden, zumal die Bildunterschriften Sachkenntnis mit Formulierungsgabe verbinden.

Was die Ansichten im Einzelnen betrifft, finden sich bekannte Aufnahmen wie Imre Benkert(=Kertbenys) Tonlithographien, welche die Bauarbeiten als solche dokumentieren (S. 163ff.), oder die Lithographien eines Ludwig Czerny, ebenfalls aus der Zeit um 1850 datierend (z.B. S. 241). Darüber hinaus begegnet weniger Prominentes wie eine um 1840 entstandene Federzeichnung des Bahnhofs von Mürzzuschlag (S. 100) oder Lichtbilder, welche um 1925 vorgenommene Streckenarbeiten verewigen (S. 283f.) Insgesamt wird der Forschung mit Paps Buch nicht nur ein Geschichtswerk, sondern auch reiches Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt. Der Verdacht drängt sich auf, als hätte uns der Buchmarkt seit Erscheinen des Katalogs zur NÖ Landesausstellung 1992, „Die Eroberung der Landschaft“, nicht mehr mit einer solchen Fülle von Ansichten konfrontiert. Wenn nun eine Mongraphie manches von dem leistet, was üblicherweise einem Katalog vorenthalten bleibt, spricht dies wohl für sich und stellt diesem Werk ein besonders gutes Zeugnis aus.

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Wien von oben – die Stadt auf einen Blick. Hrsg. von Sándor Békési und Elke Doppler = 414. Sonderausstellung des Wien Museums, Wien Museum Karlsplatz, 23 März 2017 bis 17. September 2017 (Wien 2017).

Diese Publikation ist mehr als ein Ausstellungskatalog. In Aufbau und Aufmachung einem Kunstband ähnelnd, konzentriert sie sich auf Präsentierung, Charakterisierung und Kontextualisierung der ausgewählten Objekte. Diese, über 150 Stück, fallen unter die Kategorien „Vogelschau“, „Panorama“ und „Grundrissplan“ – kurz, alles, was an Gesamtdarstellungen einschlägig systemisierbar erscheint. Ausgewählt wurden solche Gesamtdarstellungen Wiens von den ersten Zeugnissen ihrer Art im 15. Jahrhundert bis heute. Das Anliegen der kuratorisch Verantwortlichen, Sándor Békési und Elke Doppler, zielte darauf, die „Entstehungsbedingungen, die Entwicklung und Mannigfaltigkeit“ solcher Gesamtdarstellungen „an exemplarisch ausgewählten, signifikanten Stadtansichten und Stadtplänen“ aufzuzeigen und zu reflektieren (12).

Jenes komplexe, nicht einfach zu bändigende Material galt es für diesen Zweck entsprechend zu gliedern. Vertreten sind die unterschiedlichsten Techniken, vom gotischen Tafelbild bis zum „zerknüllbaren“ Kunststoffplan, und die unterschiedlichsten Funktionen, vom repräsentativen Zelebrieren bis hin zum persiflierenden Protestieren. Und hier zeigt sich die Klugheit der beiden Verantwortlichen, welche jenes in seiner Mannigfaltigkeit kaum vorstellbare Material in vier Bereiche – mit jeweils drei bis fünf Unterbereichen – gegliedert haben:

- "Vermessen und Darstellen"

- "Repräsentieren und Idealisieren"

- "Beherrschen und Ordnen"

- "Emanzipieren und Experimentieren"

Die Publikation bietet einen Aufsatz der beiden Kuratierenden als Entrée, gefolgt von den in jenen Systematikgruppen deponierten Objektbeschreibungen. Jede Gruppe wird in einem Einleitungstext kurz charakterisiert; es folgen die Objektvorstellungen. Diese, von verschiedenen Fachleuten verfasst, sind konsequent nach folgendem Schema aufgebaut:

- Kurztitel zur Charakterisierung

- Beschreibender Text samt Literaturangaben

- Das eigentliche Katalogisat samt Abbildung

Der Nutzen dieses Bandes lässt sich nicht nur für Wiener Stadtgeschichte, Kartografiegeschichte und „Cultural Studies“ bemessen, sondern auch für die Ansichtenforschung. Diese profitiert einerseits von der Auswahl, welche nicht nur prominente Bildzeugen von Hartmann Schedels „Liber chronicarum“ bis Anton Lehmden neu kontextualisiert, sondern auch wenig Bekanntes wie das spätgotische Heidenreichsteiner Tafelbild oder Laurenz Janschas vom Kobenzl aus eröffneten Wien-Blick berücksichtigt. Ferner ist es die sich über mehrere Epochen hinziehende Affinität von kartografischer und Ansichtenproduktion: Entsprechende Berührungspunkte werden in dieser Publikation durch Auswahl und sachsystematische Verankerung sehr schön vor Augen geführt.

Ralph Andraschek-Holzer

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Klosterbilder im Vergleich: Klosterneuburg und Heiligenkreuz                  Eine Publikation aus dem NÖ Institut für Landeskunde

Das Buch enthält 116 Ansichten der Stifte Klosterneuburg und Heiligenkreuz von etwa 1650 bis 1950, die zum großen Teil noch nie veröffentlicht wurden. Es vergleicht die Ansichten dieser Ordenshäuser vom Kupferstich bis zur Bleistiftzeichnung, vom Aquarell bis zum Originalfoto. Aufbewahrt werden diese Schätze in der Topographischen Sammlung der NÖ Landesbibliothek, welche bald 90.000 Ortsansichten umfasst.

Auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes führt das Buch in den Themenkomplex „Klosteransichten“ ein. Ralph Andraschek-Holzer, der Autor der Buches und gleichzeitig Leiter der Topographischen Sammlung, untersucht die Bilder nach verschiedenen Kriterien: Wann gibt es Klosterbilder aus der Vogelschau? Existiert eine „Schauseite“, welche in der Überlieferung vorherrscht? Werden stets nur die Klosteranlagen insgesamt abgebildet oder auch prominente Teile derselben? Wie wird die Stiftskirche ins Bild gebracht? Wann werden welche Innenräume im Bild verewigt?

Damit erschließen sich dem Publikum über die dekorative und illustrative Funktion der Ansichten hinaus noch tiefere Einblicke in künstlerische Herangehensweisen und die historische Wahrnehmung von Klöstern.

Die für diesen Band ausgewählten Ansichten können im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung während des Oktobers und Novembers 2016 in der NÖ Landesbibliothek, St. Pölten, besichtigt werden.

Ralph Andraschek-Holzer

Klosterbilder im Vergleich: Klosterneuburg und Heiligenkreuz

NÖ Institut für Landeskunde

St. Pölten 2016

ISBN 978-3-901635-97-7

Das Buch ist zum Preis von € 25,--  erhältlich.

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Ortsansichten in öffentlichen Sammlungen. Bestände, Erschließung, Projekte. Die Vorträge der 2. Kurztagung der NÖ Landesbibliothek im Jubiläumsjahr 2013.

Der im Herbst 2015 erschienene Band „Ortsansichten in öffentlichen Sammlungen – Bestände, Erschließung, Projekte“ basiert auf der gleichnamigen, am 3. Dezember 2013 in der NÖ Landesbibliothek veranstalteten Tagung. Neben dem von Ferdinand Opll 2004 herausgegebenen Tagungsband „Bild und Wahrnehmung der Stadt“ ist unsere Neuerscheinung eine der wenigen Veröffentlichungen ihrer Art, die in den vergangenen Jahren in Österreich erschienen sind und sich mit Ortsansichten beschäftigen. Beschränkte sich jenes Sammelwerk auf Städte und deren Visualisierung (aber auch verbale Beschreibung), bezieht die Neuerscheinung auch Architektur-Ensembles und Landschaften mit ein. Zudem wird versucht, auch das praktische Arbeiten mit einschlägigem Sammlungsgut zu thematisieren. Nach Realisierung der „Microsite“ unter dem Dach des österreichischen „Kulturpools“ hat sich mit dieser Publikation die „ARGE Ortsansichten“ über ihre via Internet gesetzten Aktivitäten hinaus verewigt und hofft auf weite Verbreitung des Sammelbandes in Fachkreisen.